Generalversammlung

Umbaupläne Altes Zeughaus: Standpunkte bleiben kontrovers

Bei der Generalversammlung des Vereins Freunde des MAZ wurde gestern manierlich und sachlich diskutiert. Felix Gerber

Bei der Generalversammlung des Vereins Freunde des MAZ wurde gestern manierlich und sachlich diskutiert. Felix Gerber

Die Umbaupläne standen im Mittelpunkt bei der GV des Vereins Freunde des Museums Altes Zeughaus in Solothurn. Ihre Standpunkte bleiben aber auch nach der GV unverändert.

Es wurde manierlich und sachlich über die vom Departement für Bildung und Kultur des Kantons Solothurn beantragten Umbaupläne für das Museum Altes Zeughaus (MAZ) diskutiert, doch die Standpunkte bleiben auch nach der Generalversammlung des Vereins Freunde des MAZ unverändert.

Die Leiterin des MAZ, Carol Nater, schilderte kurz den Weg, welcher letztlich zu dieser Vorlage an den Kantonsrat geführt hat. Anfänglich war nur klar, dass es einen Lift geben sollte, einerseits, um behinderten Menschen den Museumsbesuch zu ermöglichen und anderseits, um Lasten zu verschieben. Sie selber sei eigentlich der Ansicht gewesen, dass ein solcher Lift aussen an der Nordfassade zu errichten sei. Als aber das Resultat des Wettbewerbes vorlag, habe sie sich überzeugen lassen, dass der Lift im Innern des Gebäudes die bessere Lösung sei. «Mit einem einzigen Eingriff können alle Bedürfnisse befriedigt werden.» Aussenstehenden dürfte diese neue Erschliessung der Räume kaum auffallen.

Den Aspekt der Sicherheit betonte Architekt Oliver Krell besonders. Im Moment gibt es nur durch den Eingang einen Fluchtweg. Für das Konzept des Architekturbüros galt es, die beiden Varianten Lift aussen oder Lift innen zu studieren. Angesichts der Einzigartigkeit dieses Gebäudes siegte schliesslich die Variante Lift innen. Es werden dabei keine tragenden Holzkonstruktionen beeinträchtigt. Der Steinboden muss ohnehin für die anfallenden Restaurierungsmassnahmen angetastet werden. Bei einem Aussenlift würde es massive Eingriffe in die bestehende Fassade aus Solothurner Stein geben.

Der Verein Freunde des MAZ gab am 31. Dezember 2012 bei Martin Fröhlich ein Gutachten über die oben erwähnten Umbaupläne in Auftrag. Das Gutachten liegt vor, und Martin Fröhlich erläuterte es der Versammlung. «Das Zeughaus ist ein Baudenkmal, und im Zeughaus hat es eine Sammlung. Beide Teile sind gleichwertig. Mein Gutachten richtet sich nicht gegen das Projekt.» Mit diesen Worten begann Fröhlich seine Ausführungen. Seiner Ansicht nach waren die Voraussetzungen falsch, unter welchen der Wettbewerb ausgeschrieben wurde. «Der Prozess ist falsch gelaufen.» Er hätte es begrüsst, wenn auch die Umgebung des MAZ und des Ambassadorenpalais in die Überlegungen einbezogen worden wären. «Früher begrenzte die Nordfassade den Vorhof des Zugangs zum Ambassadorenpalast. Heute blickt sie auf einen Hinterhof.» Folglich liessen sich, unter Einbezug des 1958 erstellten Südwesttraktes des Ambassadorenhofes, Erweiterungsbauten für das MAZ realisieren, welche auch einen Lift umfassen würden.

Von den anwesenden Vertretern des Kantons, unter anderem der Leiter der kantonalen Museen, André Schluchter, ergriff einzig der Kantonsbaumeister, Bernhard Mäusli, das Wort. Seit 2009 seien die Überlegungen, wie sie jetzt in der Vorlage festgehalten sind, Schritt für Schritt entwickelt worden, und er könne sich damit identifizieren. Wenn das vorliegende Konzept jetzt nicht umgesetzt werde, stünden erst ab 2022 wieder entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung. Urban Fink bemängelte die Informationspolitik des Kantons. Die Freunde des MAZ seien immer erst post festum informiert worden, sodass eine konstruktive Mitwirkung nicht möglich gewesen sei. Er befürchtet, dass jetzt aus Zeitmangel ein Schnellschuss abgefeuert werde. Jürg Meier hegte Zweifel am Sicherheitskonzept und wunderte sich, dass die Gebäudeversicherung dieses abgesegnet hat.

Stadtpräsident Kurt Fluri bestätigte die rigorose Haltung der Altstadtkommission. «Aber es ist nicht so, dass überhaupt nichts gemacht werden darf», meinte er im Hinblick auf einen Aussenlift. Martin Fröhlich wies nochmals auf den Hallencharakter der Zeughaussäle hin, welcher durch einen Innenlift zerstört würde. Alle wollen das Beste für das MAZ, aber die Standpunkte bleiben kontrovers.

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