Tourismus
Werbekampagnen haben Wirkung gezeigt: Deutlich mehr Romands flanieren durch Solothurn

Ziel erreicht, so das Fazit der Analyse anlässlich des 12. Tourismusforums im Alten Spital. «Der vergangene August war der beste Monat der Geschichte», frohlockte Jürgen Hofer, Direktor Solothurn Tourismus, angesichts der wieder sehr guten Logierzahlen.

Hans Peter Schläfli
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Solothurn ist bei Touristen aus der Westschweiz sehr beliebt.

Solothurn ist bei Touristen aus der Westschweiz sehr beliebt.

zvg

Wer hat es nicht auch schon bemerkt: Seit den Grenzschliessungen wegen der Pandemie flanieren immer mehr französischsprechende Touristen durch Solothurn und auch auf den Velorouten und Wanderwegen der Region sind deutlich mehr Romands unterwegs als noch vor zwei Jahren. Die Werbekampagnen von Solothurn Tourismus haben Wirkung gezeigt, wie die Analyse anlässlich des 12. Tourismusforums im Alten Spital ergab.

Rund 80 Personen fanden sich am Tag eins der Zertifikatspflicht zum Tourismusforum im Alten Spital ein. Als Moderatorin führte Anita Panzer mehrere Kurzinterviews.

Mehr Beratung, mehr Buchungen

Auf die Frage, welches die grösste Umstellung war, welche durch die Pandemie ausgelöst wurde, antwortete Claudia Vogl Baki, Direktorin La Couronne Hotel und Restaurant: «Der Lockdown war für uns eine ganz neue Situation und wir mussten uns neu definieren. Die Businesskunden werden uns wohl länger fehlen, deshalb haben wir uns auf Freizeittouristen aus der Schweiz umgestellt und neue Angebote zusammengestellt. Der Freizeitgast braucht mehr Aufmerksamkeit, er sucht das Gespräch und möchte sich beraten lassen.»

Auch Christoph Burgherr, Geschäftsführer des Solothurner TCS Campings, zog eine optimistische Bilanz. «Wir haben den Lockdown genutzt, um massiv in die Infrastruktur zu investieren», sagte Burgherr.

Christoph Burgherr, Betriebsleiter TCS Camping Solothurn.

Christoph Burgherr, Betriebsleiter TCS Camping Solothurn.

Hanspeter Bärtschi / SZ

«Aber dann waren total überrascht von der darauffolgenden Nachfrage. Seit der Wiedereröffnung sind wir fast konstant ausgebucht und 2021 wird ein Rekordjahr.» Er lobte Solothurn Tourismus für die Aktivitäten: «Die Gäste haben es sehr geschätzt, als das mobile Tourismusbüro bei uns war.»

«Viele Schweizer Destinationen hatten sich früher ganz auf Gäste aus dem Ausland konzentriert. Solothurn Tourismus hatte bereits vor der Pandemie eine Kampagne eingeleitet, um sich im Schweizer Markt besser zu positionieren», berichtete Gere Gretz, Direktor einer Berner Kommunikationsfirma, von seiner Arbeit. «Das spielte uns nach den Grenzschliessungen in die Karten. Aber das Auf und Ab war schon sehr gross.»

Solothurn werde von der momentanen Entwicklung noch während Jahren profitieren:

«Die-Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert ausgezeichnet.»

Zum Abschluss sagte Jürgen Hofer, langjähriger Direktor Solothurn Tourismus, dass es nicht lustig gewesen sei, vom erfolgreichsten Jahr direkt in den Lockdown zu gehen. «Aber jetzt sind die Logierzahlen wieder sehr gut. Der vergangene August war der beste Monat der Geschichte.»

Jürgen Hofer, Direktor Solothurn Tourismus.

Jürgen Hofer, Direktor Solothurn Tourismus.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Das sei nicht von alleine passiert. «In der Krise haben wir Gas gegeben und viel Geld in eine grosse Kampagne in den Schweizer Printmedien investiert. Wir waren bereit, als es wieder losging und sind gestärkt aus der Krise herausgekommen.»

Anita Panzer fragte, wer denn nun zu den Gewinnern und wer zu den Verlieren zählt. «Die Bootsbetriebe haben doppelt und dreifach verloren, einmal wegen der Pandemie, dann wegen des schlechten Wetters und als das Hochwasser kam, konnten die Schiffe nicht einmal mehr unter den Brücken durchfahren», sagte Jürgen Hofer. Die Gewinner seien alle, die neue Ideen umsetzten und die Zusammenarbeit fördern.

«Einzelkämpfer verlieren, gemeinsam profitieren wir alle.»

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