Solothurn
Das Stadtorchester präsentiert Klassiker, aber auch Musik, die die Beteiligten stark fordert

Zum Saisonschluss gab es tosenden Applaus für die Musikerinnen und Musiker des Solothurner Stadtorchesters. Dabei ragten einige der Beteiligten heraus.

Silvia Rietz
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Das Stadtorchester Solothurn bei einem Kinderkonzert im Jahr 2018.

Das Stadtorchester Solothurn bei einem Kinderkonzert im Jahr 2018.

Oliver Menge

Mit Beethovens «Tripelkonzert» und Dvořáks Sinfonie Nr. 9 standen zwei echte Klassiker auf dem Programm des Stadtorchesters Solothurn und mit Claire Huangci ein aufgehender Stern am Klassikhimmel. Eine Mittelohrentzündung verhinderte jedoch den Flug in die Schweiz und das Wiederhören mit der Géza-Anda-Preisträgerin.

Kurzfristig sprang François-Xavier Poizat ein, ein ebenfalls mit vielen internationalen Preisen geehrter Pianist mit französischen, schweizerischen und –wie Claire Huangci – chinesischen Wurzeln.

«Aus der neuen Welt» - viele kennen dieses Stück

Doch bevor der Flügel zum Einsatz kam, erklang Antonin Dvořáks Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95, genannt «Aus der Neuen Welt». Zumindest Passagen daraus dürfte – bewusst oder unbewusst – fast jeder schon gehört haben, schon seit der Uraufführung setzt das monumentale Werk seinen unentwegten Siegeszug durch die Konzertsäle fort.

Die Sinfonie ist wie geschaffen dafür, die ganze Bandbreite der Qualität eines Sinfonieorchesters zu zeigen, bietet sie doch für alle Instrumentengruppen technisch und interpretatorisch anspruchsvolle Partien. Dies demonstrierten allen voran Anna Maria Srodecka, die als Konzertmeisterin die Streicher anführte und Catarina Castro. Letztere ist 1990 in Portugal geboren, wohnt in Biel und spielt sowohl das Englischhorn als auch die Oboe in vielen bedeutenden Orchestern.

Im Konzertsaal betörte Catarina Castro im schmerzlich-süssen Englischhorn-Solo des langsamen Satzes. Dirigent Harald Siegel wartete mit zupackendem Gestus auf, erarbeitete eine vorbildliche Klangkultur.

Spannendes Musikerlebnis

Beethovens Tripelkonzert wird selten aufgeführt, weil es sehr hohe Anforderungen an alle Beteiligten stellt. Dennoch ist das Klaviertrio mit Orchesterbegleitung ein ungemein spannendes Musikerlebnis und zeugt von Beethovens enormer künstlerischer Schaffenskraft.

In diesem Werk hat zudem das Violoncello anstatt des Klaviers die führende Rolle, was ihm einen zusätzlichen Reiz verleiht. In den Solopartien fanden sich Cellist Yves Sandoz, bekannt vom Amaryllis Quartet, Geiger Georg Jacobi, langjähriger Konzertmeister des Stadtorchesters, Mitglied des Berner Sinfonieorchesters, sowie Pianist François-Xavier Poizat. Drei Musiker, die sich auf Anhieb verstanden und mit einer virtuosen und ausdrucksstarken Darbietung begeisterten.

Schwungvoll, melancholisch, zart und bewegend – auch das Stadtorchester präsentierte sich in Bestform und liess sich gemeinsam mit den Solisten bejubeln. Tosender Applaus zum Saisonende belohnte die Musikerinnen und Musiker, weckte Vorfreude auf Kommendes.

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