Regio Energie

Stadtbekannte Solothurner als römische Legionäre: Die Vernissage des neunten Buches fand statt

Jürg Orfei hat das neue Buch illustriert.

Jürg Orfei hat das neue Buch illustriert.

«Vom Leben erfüllt» heisst das neunte Buch von Regio Energie Solothurn. Darin hat es 11 generationenübergreifende Geschichten.

Im bisher als Reserveraum gehaltenen Estrich des Hauptgebäudes der Regio Energie fand die feierliche Vernissage des neunten von elf geplanten Büchern über Solothurn im kleinen Kreis statt. «Vom Leben erfüllt» ist der Buchtitel von elf generationenübergreifenden Solothurner Geschichten von sechs Schreibenden.

Direktor erhielt zuvor ein Fake-Exemplar

Bei seiner Begrüssung ahnte Direktor Felix Strässle noch nicht, dass er selber Gegenstand in einer der Geschichten ist. Seine Mitarbeiterinnen Sandra Hungerbühler und Claudia Strässle haben ihm ein Fake-Exemplar überreicht, um ihn und drei andere Persönlichkeiten an der Vernissage zu überraschen.

Reto Sperisen, für das Konzept und die redaktionelle Arbeit verantwortlich, lüftete das Geheimnis dieser unter Verschluss gehaltenen Geschichte und deren Autor Reto Stampfli. Dieser las die fantasievolle Story, geschrieben zu Ehren von im Ruhestand befindlichen oder diesen bald erreichenden stadtbekannten Männern. Er lässt sie als römische Legionäre nach einem Ort suchen, an welchem eine Siedlung mit elf Häusern, elf Brunnen und elf Tavernen gegründet werden soll. «Erst nach zwei Tagen fanden sie einen Flecken, der ihre ungeteilte Zustimmung fand. (...) Salodurum sollte ihre neue Heimat heissen.»

Der Baumeister Felix Regius (Felix Strässle) erschliesst die Siedlung mit Wasser. Lupus Scriptor (Wolfgang Wagmann) ist bereit, die Stadtchronik zu verfassen. Petrus Fidelius (Peter Fedeli) nimmt sich der öffentlichen Ordnung an und Curtius Maximus (Kurt Fluri) wird als Magister die Geschicke des Vicus leiten. Der Autor hat dabei auf feine, satirische Töne nicht verzichtet. Die Freude über diese unerwartete Verewigung war auf alle Fälle gross.

Reto Sperisen erläuterte die von unterschiedlichen Philosophen benutzte Zählung der Lebensphasen des Menschen. Auf ganze zehn Phasen brachte es Solon. Für Solothurn müssen es aber elf sein. Offengestanden bleibt es bei zehn, denn die elfte Geschichte, geschrieben von Pascal Walter, spielt im Elysium, von wo aus die beiden Solothurner Stadtheiligen Urs und Viktor, das Lismer-Anni und der Ur-Cheschtelemuni das heutige Solothurn von oben betrachten. Vom gleichen Autor stammt auch «Alte Bekannte» über Schulfreunde, die sich aus den Augen verlieren.

Ein Denkmal für den Märet aus kindlicher Perspektive

Die angehende Ärztin Mira Westerhuis beschreibt aus der Sicht des Babys Louis dessen Geburt im Bürgerspital und charakterisiert ältere Damen und den Kaffeeklatsch. Philipp Eng setzt dem Märet aus kindlicher Perspektive ein Denkmal und zeichnet das Porträt eines Mannes in der Midlife-Crisis.

Wolfang Wagmann schwärmt in Jugenderinnerungen und wirft einen Blick zurück ins Jahr 1781. Über eine WG junger Frauen und die Erlebnisse einer Schwangeren berichtet Andrea Lämmli. Jedem Text ist eine stimmungsvolle, farbige Zeichnung von Jürg Orfei beigefügt. Darin leben das Kino Elite oder die Schmiedengasse im 18. Jahrhundert wieder auf.

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