Stadtpräsidium Solothurn

SP und Grüne sind sich einig: Für die Wahlen soll entweder Ingold oder Gantenbein antreten

Wer wird bei den Stadtpräsidiumswahlen antreten? Stefanie Ingold oder Laura Gantenbein?

Wer wird bei den Stadtpräsidiumswahlen antreten? Stefanie Ingold oder Laura Gantenbein?

Nur eine links-grüne Kandidatin soll bei den Stadtpräsidiumswahlen antreten. Die Parteien erarbeiten daher zusammen eine Strategie.

Kaum nominiert, sprüht Laura Gantenbein vor Tatendrang: «Für mich beginnt jetzt ein Abenteuer und ich freue mich sehr auf den Wahlkampf», sagt die 31-Jährige, die am Mittwochabend zur Kandidatin der Grünen für das Stadtpräsidium nominiert worden ist. Ab Anfang 2021 will sie aktiv in den Wahlkampf eingreifen. Bis dahin werden Konzepte erarbeitet, wie ein Wahlkampf in einer Pandemie funktionieren kann und mit welchen Themen sie ins Rennen steigen wird.

Diesen Elan zeigt Gantenbein, obwohl überhaupt noch nicht feststeht, ob sie am Wahltag dann auch wirklich antreten wird. Denn obwohl die Grünen sie zu ihrer Kandidatin nominierten, ist sie noch nicht offiziell angemeldet. Ob das je geschehen wird, hängt davon ab, was die Grünen mit der SP aushandelt. Denn für die Grünen ist klar, dass nur eine links-grüne Kandidatin der Wählerschaft vorgeschlagen wird. Ob links-grün mit Laura Gantenbein oder der Sozialdemokratin Stefanie Ingold in die heisse Phase steigt, wird jetzt verhandelt.

Dieses Vorgehen bestätigt auch der Fraktionspräsident der SP im Gemeinderat, Matthias Anderegg: «Wir werden zusammen mit den Grünen eine Strategie entwickeln.» Die Zeiten, als Rot und Grün nicht miteinander arbeiten konnten, gehören der Vergangenheit an, ist er überzeugt. «Keine Frage hätte ich gerne unsere Kandidatin, Stefanie Ingold, am Wahltag dabei», so Matthias Anderegg. Aber zuerst müsse man die Kandidatinnen gegenüberstellen, jetzt könne man noch nichts vorwegnehmen.

Die Grünen geben sich selbstbewusst

Für Gantenbein stellt dieses Vorgehen kein Problem dar. Es ginge hier um Strategie und man dürfe diese Entscheide dann auch nicht persönlich nehmen. «Man muss pragmatisch sein und die Person portieren, die mehr Chancen an der Wahlurne hat», meint sie. Doch für sie ist es klar, dass die, im Vergleich zur SP, kleinere Grüne Partei nicht automatisch das Feld für die sozialdemokratische Kandidatin räumen muss. «Die Grünen konnten bei den letzten Wahlen im Gemeinderat ein Ersatzmitglied dazugewinnen», sagt Gantenbein: «Die Grünen sind als politische Kraft nicht mehr aus Solothurn wegzudenken.»

So sei abzuwarten, wie die Gemeinderatswahlen im Frühling verlaufen. Erst danach werde man am 26. April die Kandidatin anmelden, die den Bürgerlichen den Stadtpräsidentensitz streitig machen könnte. Also entweder Ingold oder Gantenbein.

Autorin

Judith Frei

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