Solothurn

SP setzt auf Stefanie Ingold: «Es ist Zeit für eine Stadtpräsidentin»

Stefanie Ingold will die erste Stadtpräsidentin werden.

Stefanie Ingold will die erste Stadtpräsidentin werden.

Stefanie Ingold soll den Liberalen das Solothuner Stadtpräsidium entwinden.

Es war keine Überraschung, als die Genossen der SP Stadt Solothurn einstimmig Stefanie Ingold zur Stadtpräsidiumskandidatin erkoren: Sie trat ja alleine an. Indes bekräftigten viele der Anwesenden an der Generalversammlung, dass diese Nominierung keineswegs ein beliebiger Entscheid mangels Gegenkandidaten sei. Ein Parteimitglied betonte vor der Wahl: «Du bist unsere Kandidatin.» Der Fraktionspräsident im Gemeinderat Matthias Anderegg sprach gar von «einem absoluten Glücksfall». Stefanie Ingold habe mit ihrer langjährigen Arbeitserfahrung als Schulleiterin und ihrer Verankerung in der Stadt Solothurn komplett überzeugt.

Während ihrer Vorstellungsrede betonte Stefanie Ingold indes auch, dass der Vorschlag der Kommission für viele eine Überraschung gewesen sein dürfte. Ein kühner Ritt habe jemand geschrieben, was sie zuerst etwas verärgert habe, nun stehe sie vollständig dahinter. Ingold will Wandel verkörpern; denn die Gesellschaft habe sich in den letzten Jahren stark verändert. Nun gelte es, dies auch in der Stadt Solothurn und deren politischen Ämtern zu tragen. Was sie damit meint: Die SP-Frau will das Stadtpräsidium den FDP-Männern, die seit 112 Jahren das Amt besetzen, streitig machen. «Es ist Zeit für eine Stadtpräsidentin», bekräftigte Stefanie Ingold, deren Rede mit einer Standing Ovation gefeiert wurde.

Ohne Parteiführung in den Wahlkampf

Desweiteren beschäftigte sich die SP-Generalversammlung mit Änderungen im Vorstand. Bemerkenswert ist, dass Präsidentin Lea Wormser zurücktritt, ohne dass das Parteipräsidium direkt neu besetzt wird (siehe Box). Das sorgte bei einem Parteimitglied für Unmut, weil die SP somit ohne Parteiführung in den Wahlkampf um das Stadtpräsidium, aber auch in die Gemeinderats- und Kantonsratswahlen ziehe.

Matthias Anderegg und Lea Wormser betonten, dass die Partei mit den beiden Vizepräsidenten gut aufgestellt sei und dass die Voraussetzungen gut stünden, um 2021 eine rotgrüne Mehrheit im Gemeinderat der Stadt Solothurn zu erreichen. Zu diesem Zweck haben die Genossen einem Wahlkampfbudget von 35'000 Franken zugestimmt. Die SP will 30 Kandidaten stellen und plant, eine Listenverbindung mit den Grünen einzugehen.

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