«Wunderwelt der Bienen»

Sonderausstellung im Naturmuseum widmet sich der grossen Bienenvielfalt

In dieser Ausstellung wird nicht nur die prominenteste aller Bienen - die Honigbiene - sondern auch ihre wilden Verwandten vorgestellt. Besucher des Naturmuseums werden in die «Wunderwelt» eingeladen um sich auf Entdeckungsreise zu begeben.

Nicht weniger als 620 Bienenarten gibt es in der Schweiz. Hauptsächlich kennt man gerade eine davon: durch ihr Produkt, das auf manchem Frühstückstisch zu finden ist, aber vor allem auch durch ihre Verbreitung.

Und so widmet sich die angelaufene Sonderausstellung «Wunderwelt der Bienen» im Naturmuseum nicht nur der prominentesten Vertreterin dieser Familie – der Honigbiene. Auch und vor allem ihre wilden Verwandten stehen im Fokus der Schau.

Museumspädagogin Joya Müller weiss aus eigener Erfahrung um verzerrte Wahrnehmungen. Nachdem im Vorjahr das Bienenhotel beim Regio-Energie-Hauptsitz errichtet worden war, meinte jemand skeptisch, er glaube eher nicht, dass da eine Honigbiene nisten werde.

Tut sie auch nicht, weiss ein Fachmann, da sie staatenbildend – eusozial – einen Stock bewohnt. Das «Hotel» hingegen war ohnehin Wildbienen zugedacht, die zumeist solitär, also einsiedlerisch, leben und sich in der Installation ihre Nisträume erschliessen.

Vielfalt der Echten Bienen

In vier, farblich abgegrenzten Bereichen der Ausstellung kann sich der Besucher im Untergeschoss des Naturmuseums bis 17. April 2016 über die Welt der Apidae, der Echten Bienen, schlau-machen.

In einem ersten Bereich wird die Vielfalt zum Thema. «Zwar haben alle Bienen vor allem zwei Merkmale gemeinsam: die Dreigliedrigkeit des Körpers und die vier Flügel», sagt Müller.

Darüber hinaus unterscheiden sie sich aber in der Lebens- und Nistweise und in der Gestalt und Grösse massgeblich. Während man von der eusozialen Honigbiene komplexe Kommunikationsstrukturen, Strategien der Arbeitsteilung, Hierarchien und eine Kontinuität über Generationen hinweg kennt, führt der überwiegende Teil der Wildbienen ein «Single-Dasein».

So zeigt sich gerade in einem zweiten Bereich, wie unterschiedlich Bienen nisten: Die Erdhummel legt ihre Brut unterirdisch an, ähnlich die Sandbiene, die maulwurfartige Hügel produziert.

Die Mörtelbiene mauert ihr Nest, und die Blattschneiderbiene tapeziert Hohlräume zum Kinderzimmer aus. Andere wiederum, sogenannte «Kuckucksbienen», legen ihren Nachwuchs in bestehende Nester, ohne sich selbst um den Bau eines solchen zu kümmern.

In einem weiteren Bereich zeigt sich, wie Bienen mit Pflanzenblüten eine Wechselwirkung eingehen. Der vierte Bereich widmet sich der Honigbiene, die gerade in den letzten Jahren nicht selten im Rampenlicht stand – auf mehr oder weniger tragische Weise.

So macht der heimischen Art die Varroamilbe zu schaffen, die sich in der Bienenbrut vermehrt und entwickelt und ganze Völker bedroht. Ebenso Thema war und ist die wissenschaftlich vermutete Gefährdung durch Neonicotinoid, ein starkes Insektizid.

Auf solche Themen gehe die Ausstellung zwar am Rande auch ein: Es werde aber eher aufgezeigt, welche Lebensbedingungen für die Biene besser seien.

Auf Entdeckungsreise

Die Wanderausstellung des Bündner Naturmuseums soll in der Öffentlichkeit das Interesse für Bienen wecken und eben jenen verzerrten Wahrnehmungen entgegenwirken.

In Solothurn wurde die mit Gucklöchern funktionierende «Entdeckungsreise» mit Unterstützung aus dem Fundus von Felix Amiet umgesetzt. Fotografien des Solothurner Biologen und Lehrers komplettieren die Sonderausstellung, ebenso Statements des Bienenkenners, die als Video in die Schau eingebunden sind.

Grundsätzlich baut die Ausstellung auf vielen interaktiven und multimedialen Elementen auf.

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