Region Solothurn
Ausfall von Wasserpumpe führte zu höherem Chlorothalonil-Wert im Trinkwasser

Eine Trinkwasserpumpe im Brunnen Dörnischlag fiel aus, was für erhöhte Werte im Trinkwasser für Solothurn, Feldbrunnen-St.Niklaus und Zuchwil sorgte.

Judith Frei
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Vom 6. Dezember bis zum 12. Januar war der Chlorothalonil-Wert im Trinkwasser von Solothurn, Feldbrunnen-St.Niklaus und Zuchwil höher als gewohnt.

Vom 6. Dezember bis zum 12. Januar war der Chlorothalonil-Wert im Trinkwasser von Solothurn, Feldbrunnen-St.Niklaus und Zuchwil höher als gewohnt.

Symbolbild/Maria Schmid

Das Trinkwasser für die Stadt Solothurn, Zuchwil und Feldbrunnen-St.Niklaus wird vom Wasserverbund Region Solothurn (Wareso) aufbereitet. Die Verteilung wird in Solothurn und Feldbrunnen-St.Niklaus durch die Regio Energie Solothurn und in Zuchwil durch die Gemeinde erbracht.

Im Dezember war die Belastung des Trinkwassers durch Chlorothalonil in diesem Gebiet höher als gewohnt. Schuld daran sei der Ausfall einer Tauchpumpe im Brunnen Dörnischlag, informierte die Gemeinde Feldbrunnen-St.Niklaus auf ihrer Website.

Wie die Wareso auf Anfrage ausführt, kam es im Motorengehäuse zu einem Wassereintritt, was zu dem Defekt geführt hat. Die Pumpe wurde im letzten Sommer installiert, so handle es sich noch um einen Garantiefall. Die reparierte Pumpe soll Mitte bis Ende März wieder installiert sein.

Das Wasser wird wieder im verbesserten Mischverhältnis verteilt

Die Pumpe bezweckt, Wasser, das den festgesetzten Chlorothalonil-Wert überschreitet, mit Wasser zu mischen, das diesen unterschreitet. Mit dieser Methode konnte seit 2019 der Chlorothalonil-Wert im Wasser verringert werden. Die Messung vom 17. Dezember 2020 ergab, dass durch den Ausfall der Pumpe sich dieser Wert vorübergehend verschlechtert hatte.

In der Zeit vom 6. Dezember letzten Jahres und bis zum 12. Januar «war das Wasser nicht in dem von uns angestrebten Mischverhältnis», erklärt der Wasserverbund Region Solothurn. Es wurden dann Sofortmassnahmen ergriffen, nämlich eine bestehende Pumpe umfunktioniert, was sich als effiziente Lösung herausstellte: Seit Mitte Januar kann das Wasser wieder gemischt werden und die Messwerte haben sich seither verbessert.

2019 führte eine neue Studie zum Umdenken

Der vom Bund vorgeschriebene Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter wurde während der oben genannte Periode bei der Sulfonsäure R471811 bei 0,37 Mikrogramm pro Liter überschritten, normalerweise ist dieser Wert halb so hoch. Die Chlorothalonil-Sulfonsäure R417888 befindet sich normalerweise bei einem Wert von ungefähr 0,03 Mikrogramm und war temporär bei 0,07 Mikrogramm pro Liter. Wenn man diese Werte mit den Zahlen vom Dezember 2019 vergleicht, dann sieht man, dass man damals mit 0,31 und 0,06 Mikrogramm pro Liter vergleichbare Werte hatte.

Für 50 Jahre galt das Pestizid Chlorothalonil als unbedenklich. Eine Studie der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit stufte das Pestizid 2019 als möglicherweise krebserregend ein, worauf der Bund den Grenzwert von 0,1 Mikrogramm einführte. Der Bund erklärte, dass «wenn der Höchstwert an Chlorothalonil-Abbauprodukten überschritten wird, bedeutet dies noch keine akute Gefahr für die Gesundheit. Vielmehr muss der Höchstwert eingehalten werden, um vorbeugend den Schutz der Gesundheit zu gewährleisten».

Mehr Informationen über die Trinkwasserqualität finden sie unter: www.regioenergie.ch/de/trinkwasserqualitaet/