Sue Hirschi

Solothurnerin aufs Matterhorn gestiegen: «Es war unbeschreiblich!»

Im Rahmen des Projekts «Matterhorn: Ladies please» hat sich die Solothurnerin Sue Hirschi intensiv auf die Matterhornbesteigung vorbereitet. Am Freitag hat sie das Wahrzeichen der Schweiz erfolgreich bestiegen.

«Wahnsinn, wir haben es geschafft.» Das war das Erste, das Sue Hirschi auf 4478 m ü. M. durch den Kopf ging. Was sie erlebt hat, kann sie noch gar nicht richtig in Worte fassen. «Ich bin voller Emotionen, es ist wirklich unbeschreiblich.»

Mit dem Wetter hatten die Solothurnerin, ihre drei Mitstreiterinnen und ihre Bergführerinnen Glück. Dank wolkenlosem Himmel konnten die Bergsteiger das Alpenpanorama geniessen. Lange blieben sie jedoch nicht oben, weil es sehr kalt war. Die zwei Lagen aus Jogging- und Gartenhandschuhen – «damit hat man am meisten Halt am Fels» – reichten nicht ganz aus. «Mir sind die Finger fast eingefroren und ich musste sie gegen den Oberschenkel klopfen für eine bessere Durchblutung», sagt Sue Hirschi.

Ansonsten lief alles wie am Schnürchen. «Ich fühlte mich fit und lief nie am Limit. So konnte ich die Momente richtig geniessen», so die 31-Jährige und schwärmt vom «feuerroten Morgenrot», dem Gletscher oder den Bergdohlen. Die Partie an den Fixseilen sei schon anstrengend für die Arme gewesen. Aber die gute Vorbereitung zahlte sich aus.

Lieblingsessen aufgetischt

Das Abenteuer Matterhorn begann für die 31-Jährige, die seit sieben Jahren Pflege an der Höheren Fachschule in Olten unterrichtet und einen Masterstudiengang in Berufsbildung belegt, schon im März. Nachdem sie erfahren hatte, dass sie neben Judith Wernli, Anne-Sophie Thilo und Steffi Hunziker für das Projekt ausgewählt wurde, ging es los mit dem Training. Die letzte Woche absolvierten alle vier Teilnehmerinnen eine Intensivwoche in Zermatt, wo sie auf verschiedenen Touren den Umgang mit Steigeisen und Seil lernten. 

Am Donnerstagabend wurde es dann ernst. Die Truppe wanderte auf die Hörnlihütte, wo die Frauen in einem Viererzimmer einquartiert wurden und es «Znacht» gab. Und die Hüttenwarte tischten gleich zwei Leibspeisen der Solothurnerin auf: Spätzli und Tiramisu. «Ich nenne das Dessert selbst ‹Tirami-Sue», lacht sie.

Nach dem Packen lockte um 22.30 Uhr das Bett. Tagwacht war um 1.45 Uhr. Konnte die 31-Jährige denn überhaupt schlafen? «Wir waren alle so nervös, dass wir mit Unterbrüchen schliefen. Aber man sagt ja auch, dass man auf der Hörnlihütte übernachtet, und nicht schläft.» Kurz nach 3 Uhr nahmen die Teilnehmerinnen und ihre Bergführerinnen den Aufstieg in Zweier-Seilschaften in Angriff. Unterwegs legten sie immer wieder kurze Pausen ein, in denen etwas gegessen, getrunken und die Ausrüstung angepasst wurde. Die Unterbrüche durften jedoch nicht zu lange sein, damit der Rhythmus nicht verloren ging. Sue Hirschi hatte als Proviant Dar-Vida mit Thymian und Salz, Bündnerfleisch, Twix, Ovo-Riegel und Wasser dabei. 

Nach neun Stunden waren alle wohlbehalten zurück. Dort wurden die erfolgreichen Bergsteigerinnen von Familie und Freunden und einer Flasche Champagner erwartet. «Die Emotionen, als wir wieder in der Hörnlihütte ankamen, waren überwältigend», sagt Hirschi.

Nach der Besteigung des Wahrzeichens der Schweiz freut sie sich bereits auf die nächste Tour. Dass sie noch einmal aufs Matterhorn steigt, schliesst sie nicht aus. Doch es würden noch viele andere Berge rufen. «Es war ein einmaliges Erlebnis, das behalte ich fest in meinem Herzen. Aber das Matterhorn ist wirklich ein ganz spezieller Berg.»

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