Rot-weisses Duo

Solothurner Geräteturn-Zwillinge Philipp Jehle und Jonas Kölliker im «Luftangriff»

Jonas Kölliker.

Jonas Kölliker.

«Wir turnen zusammen, gingen zusammen zur Schule und unternehmen auch privat immer wieder etwas gemeinsam – das passt», Philipp Jehle, TV Kaufleute Solothurn.

Jonas Kölliker und Philipp Jehle sind quasi seit dem Kindergarten auf Sichtweite unterwegs. «Ja, wir turnen zusammen, gingen zusammen zur Schule und unternehmen auch privat immer wieder etwas gemeinsam – das passt», sagt Jehle. Der 24-jährige Sportstudent und der 22-jährige Elektriker sind Original-Bellacher und zusammen die besten Solothurner Geräteturner.

Am kommenden Wochenende steht mit den Schweizer Meisterschaften im CIS Sportcenter ein Höhepunkt an. Wenn es dann um Medaillen geht, hängen diese jedoch wohl etwas zu hoch für die beiden Einheimischen.

«Meist sind wir zwischen Rang 10 und 20 klassiert», sagt Kölliker. «Und meist», nennt Jehle eine weitere Besonderheit, «sind wir sogar praktisch genau gleich gut und nur durch ein oder zwei Ränge getrennt.» Da scheint also wirklich eine besondere, bio-okkulte Verbindung zwischen den beiden gegenwärtig zu sein.

Das Fragezeichen

Ob und wie intensiv indessen Jonas Kölliker in den Wettkampf wird eingreifen können, ist offen. Vor einigen Wochen hat es ihm nach einer Landung beim Bodenturnen «eins in den Rücken gezwickt». Und leider zwickt es immer noch. Was genau es ist, wisse man nicht. «Ich werde auf jeden Fall probieren, zu turnen.»

Wer weiss, wie der Rücken mit dem Publikum im Rücken tut ...? Freilich musste der K6-Schweizer-Meister von 2012 und vormalige K5-Vizemeister zuletzt ziemlich viel Training auslassen. «Das ist extrem mühsam, so nichts tun.» Einfach wird es darum für ihn gewiss nicht; aber die Gesundheit geht schliesslich auf jeden Fall vor.

Nie ein Thema

Weder Jehle noch Kölliker verspürten je den Drang, Kunstturner zu werden. Das habe sich eben so ergeben, und auch für die Eltern sei dies so okay gewesen. Zum Einordnen: Kunstturnen ist im Vergleich zu Geräteturnen in etwa was ein Geiger des Stadtorchesters Solothurn zu einem der Wiener Philharmoniker.

Beide spielen auf hohem Niveau – die einen allerdings vom Übungsaufwand, Schwierigkeitsgrad und der Ausführung her noch ein, zwei Stockwerke höher. «Wir sind ziemlich die Einzigen in der höchsten Geräteturnklasse, die nie irgendwann mal Kunstturner waren», erzählt Jehle.

Das mache es für sie etwas schwer, bei den besten Geräteturnern ganz an der Spitze mitzumischen. Was den Schwierigkeitsgrad angeht, turnen sie da alle ähnlich. Indes, die Ausführung der Übung, die Körperspannung, der Fluss oder die Präzision also machen den Unterschied.

Wenn es «dunkel» wird

Als Mitglieder der organisierenden Kaufleute Solothurn stehen Jehle und Kölliker an den Titelkämpfen natürlich auch als Helfer im Einsatz. Nebst Salti, Schulterständen und Schrauben sind von ihnen darum auch Abräum- und Aufbauaktionen ausserhalb des Rampenlichts gefragt.

Ganz nach dem Circus-Knie-Satz, den fast alle im Land kennen: «Einmal pro Vorstellung bitten wir das verehrte Publikum für einen Applaus für all die, die immer dann im Einsatz stehen, wenn es dunkel wird.»

Nun, dunkel wird es im CIS hoffentlich nicht, aber ohne Helfer geht auch in dem Fall nix. Nebst dem Einzelwettkampf am Samstag stehen Kölliker und Jehle im Teamwettkampf am Sonntag – jeder Kanton stellt Auswahl-Teams – im Einsatz.

An den Bernern, Aargauern oder Luzernern vorbeizukommen, dürfte für die Gastgeber schwer werden. Doch wie gesagt – der Heimvorteil vermag ja oft vieles zu bewegen, was sonst kaum möglich wäre.

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