Solothurner Filmtage
Schulaufführung an den Filmtagen: «Der Nachwuchs soll das Festival-Feeling in Solothurn erleben»

«Titeuf» heisst der 87-minütige Animationsfilm mit dem frechen Comic-Knirps, den gestern Dienstagmorgen 160 Schülerinnen und Schüler in der Reithalle im Rahmen der 57. Solothurner Filmtage auf der riesigen Leinwand sehen konnten.

Christian Murer
Drucken
Vorstellung für Schulen an den Solothurner Filmtagen.

Vorstellung für Schulen an den Solothurner Filmtagen.

José R. Martinez

«Guete Morge, liebi Chind, Lehrerinne und Lehrer – schön, dass ihr alli da sind», begrüsste Moderator Alain Gantenbein das gute Dutzend Schulklassen der Unter- und Mittelstufe aus Solothurn und Umgebung. Es sei eben diesmal ganz anders als andere Jahre, denn normalerweise habe es hier keine leeren Plätze mehr, so Gantenbein zu Beginn des Trickfilms. «Der etwa zehnjährige Titeuf, die Hauptfigur des Films, hat einen komischen Kopf, eben einen ‹Eiergrind› wie die Berner sagen würden», so der Moderator bei seiner Begrüssung.

Der kecke und kreative Titeuf ist in Nadja, das schönste Mädchen seiner Schule, verliebt. Alle seine Kollegen sind zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen. Nur Titeuf hat leider keine Einladung von seiner heimlichen Liebe erhalten. Zu allem Übel wollen sich Titeufs Eltern auch noch für eine Weile trennen. Da versteht der Junge die Welt nicht mehr. Zudem sind die Ratschläge seiner Kollegen auch nicht gerade hilfreich.

Mit einer riesigen Portion Fantasie leitet Titeuf alles in die Wege, um einerseits an die Geburtstagsparty zu kommen und andererseits seine Eltern wieder zusammenzubringen.

Titeuf der Film, haben die Kinder angeschaut.

youtube

Auf «filmo» zurückgegriffen

Für Sanja Möll, die seit rund zehn Jahren für die Kinder- und Jugendfilme an den Solothurner Filmtagen zuständig ist, sei dieses Jahr eben ganz speziell: «Dieses Jahr gab es keine Schweizer Kinder- und Jugendfilme, die wir jeweils als Premiere zeigen konnten.» Deshalb habe sie auf «filmo», die im Moment Familien-Filme im Programm haben, zurückgreifen können.

«filmo» ist eine Initiative der Solothurner Filmtage und des Migros-Pionierfond. Durch die Initiative werden Schlüsselwerke des Schweizer Films restauriert und digitalisiert. So lief am Freitagmorgen in der praktisch leeren Reithalle der grossartig restaurierte schwarz-weisse Heidifilm aus dem Jahre 1952 mit Elsbeth Sigmund als Heidi, Thomas Klameth als Geissenpeter und mit Alpöhi Heinrich Gretler.

Das Festival-Feeling erleben

Sanja Möll hat volles Verständnis für die besonderen Umstände der Solothurner Schulen in diesem ganz speziellen Pandemiejahr:

«Die Schulen haben im Moment sogenannte ‹Schutzwochen› und wurden dazu angehalten, möglichst keine Events zu besuchen.»

Das habe viele Lehrerinnen und Lehrer von einem Filmbesuch in der Reithalle abgehalten. Für Möll ist die Filmvermittlung sehr wichtig. «Der junge Nachwuchs soll daher das Festival-Feeling in Solothurn erleben», so Möll. Für sie sei es auch dieses Jahr eine ganz neue Erfahrung: «Ich finde es schön, dass die wenigen, die trotzdem kommen, dieses einmalige Angebot nutzen.»

Vorstellung für Schulen an den Solothurner Filmtagen.

Vorstellung für Schulen an den Solothurner Filmtagen.

José R. Martinez

Der 11-jährige Julian sagte nach Vorführung in der Reithalle: «Mir hat der Film sehr gut gefallen. Vor allem die Trickfilm-Figuren fand ich total lustig.»

Auch die zehnjährige Laura hatte mega Spass am Film: «Ich fand den Trickfilm super. Vor allem die bunten Farben und die Musik gefielen mir sehr.» Dem zehnjährigen Linus hat die ganze Geschichte ebenfalls gefallen: «Ich kenne auch Kameraden, die allein mit der Mutter oder Vater aufwachsen.» Kurz und bündig sagte Sandra: «Für mich ist das ein total cooler Trickfilm.»

Aktuelle Nachrichten