Solothurn
Die erste Gemeinderatssitzung mit Stadtpräsidentin Stefanie Ingold: Jetzt beginnt eine neue Ära

Die frischgebackene Stadtpräsidentin Stefanie Ingold (SP) leitete zum ersten Mal die Gemeinderatsitzung. Zuerst ging es um ihr bestens vertraute Themen.

Judith Frei
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Stadtpräsidentin Stefanie Ingold bei ihrer ersten Gemeinderatssitzung.

Stadtpräsidentin Stefanie Ingold bei ihrer ersten Gemeinderatssitzung.

Hanspeter Bärtschi

Ungewohnt ist das Bild. Ein Bild, das es so noch nie gab und das sich für die nächsten vier Jahre voraussichtlich nicht ändern wird: Die Gemeinderatsitzung wird zum ersten Mal von einer Frau präsidiert. «Jetzt sehen wir uns von einer anderen Seite», sagte Stadtpräsidentin Stefanie Ingold (SP) gestern Abend zur Begrüssung:

«Wir wollen alle das Beste für unsere Stadt, aber wir werden uns nicht immer einig sein, was das Beste ist.»

Sie wünsche sich einen respektvollen Umgang und faire Diskussionen. Nicht nur die Spitze des Gemeinderats hat sich verändert: Für Kurt Fluri ist Franziska von Ballmoos (FDP) nachgerückt.

Die erste Sitzung der Stadtpräsidentin beginnt für sie auf gewohntem Terrain: Die Schulenplanung 2022/2023. Zur schon schwierigen Planung kommen heuer die verschiedenen Sanierungen der Schulhäuser als zusätzliche Faktoren hinzu. Einige Klassen müssen ihr Schulhaus wechseln, ausserdem muss möglicherweise eine Klasse Sek I eröffnet werden, erklärte die Schuldirektorin Irène Schori.

Über Schulenplanung...

«Es soll darauf geachtet werden, dass es nicht zu viele kleine Klassen mit 15 und 16 Schülerinnen und Schüler gibt», ermahnte Gemeinderätin und Lehrerin Barbara Feldges (FDP). Diese sollen wenn möglich zusammengelegt werden, das würde sich auch positiv auf die Finanzen der Stadt auswirken. Sie habe befürchtet, dass diese Forderung kommen würde, sagte Angela Petiti (SP). Es sei erwiesen, dass grosse Klassen sich negativ auf die Schülerinnen und Schüler auswirken. Sie hoffe, dass das Zusammenlegen nicht Schule machen wird. Den Voten folgten keine Anträge: Der Gemeinderat nahm die Schulraumplanung einstimmig zur Kenntnis und stimmte einer allfälligen Eröffnung einer Klasse der Sek I zu.

...und Kindertagesstätten

Das nächste Traktandum – die Einführung der Subjektfinanzierung bei der Kindertagesbetreuung – wurde ebenfalls vom Gemeinderat wohlwollend aufgenommen. Die Umsetzung sei zwar lange gegangen, meinte Claudio Hug (GLP), dafür sei das Resultat gut. «So haben die Eltern die Wahl, ihre Kinder dort hinzuschicken, wo sie wollen», erklärte Hug. Das neue System wird die Stadt rund 200000 Franken mehr pro Jahr kosten. «Diese Mehrkosten sind vertretbar, da auch mehr Eltern in Genuss von Subventionen kommen», sagte Hug. Der Gemeinderat hat einstimmig dem neuen Reglement zugestimmt, das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung im Dezember.

Die ehemalige Schulleiterin Ingold musste sich schon bald von vertrauten Themen verabschieden und sich in der Diskussion um kontroverse Traktanden beweisen: Die Umgestaltung Schöngrünstrasse und das Budget 2022.

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