Jeweils im Mai lädt die Stadt Solothurn ihre erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlerinnen zu ihrer Ehrung aufs Schloss Waldegg ein. Stadtpräsident Kurt Fluri und Sportkommissions-Präsident Alexander Rudolf von Rohr konnten allerdings eine frisch gebackene Europameistern nicht persönlich begrüssen: Die Kajakfahrerin Melanie Mathys hatte am Vormittag in der Slowakei ihr Eliterennen mit zwei Hundertstelssekunden Vorsprung gewonnen.

Der Stadtpräsident nutzte seinen Auftritt für einen sportpolitischen Streifzug und verwies vor allem auf die jüngsten Investitionen der Stadt: 450'000 Franken in die Traglufthalle des Freibads Zuchwil, bald 1,9 Mio. in die eigene Badi oder zuletzt 1,7 Mio. in den neuen Garderobentrakt des Fussballstadions. «Nicht unterstützen würden wir Projekte für den Fussballspitzensport», fand Fluri diesen «ausgesprochen dekadent» und prangerte die unrühmlichen Ereignisse um den GC-Abstieg mit seinem «Gesindel» an, dessen Fernhalten der Club verlangte.

Hallen-Pläne redimensioniert

Zur geplanten Ballsporthalle merkte der Stadtpräsident an, dass man nach Bedarfsabklärungen durch die Repla die Dreier-Dreifachhalle also mit neun Hallen auch beim Kanton für «überrissen « halte. Die Rede sei bei den privaten Investoren nun noch von einer doppelten Dreifachhalle, also sechs Einheiten. Als mögliche Standorte würden nun einer neben der Sporthalle Zuchwil und ein weiterer neben dem CIS-Sportcenter in Solothurn evaluiert. Zu letzterem musste Fluri einräumen, dass die beanstandeten Mängel noch keineswegs behoben worden seien, und der Mietzins der Stadt weiterhin auf ein Sperrkonto fliesse. «Aber immerhin haben wir den neuen Besitzer getroffen.»

In vielen Stadien zuhause

Mit Peter von Stokar trat ein kompetenter Sportmediziner als Gastredner auf. Der ehemalige Leichtathlet ist heute Belegarzt in der Klinik Obach und hat als Leichtathletik-Verbandsarzt manche Weltmeisterschaft und auch zweimal die Olympischen Spiele besucht. «Die Sportmedizin kann viel machen, aber auch wir kochen nur mit Wasser», so seine prägnante Botschaft vor dem überwiegend sehr jungen Publikum. Spannend zeigte er die Wechselwirkung der Medizin und des Sports auf – so zum Beispiel am «Verletzungen-Katalog» einer Lindsey Vonn, was seine Zunft alles zu leisten vermag.

Aber auch unangenehme Themen wie Sportverletzungen, Doping und hier besonders die heikle Welt der Medikamenten-Einnahme, sparte von Stokar nicht aus. So könne man unter gewissen Bedingungen sogar trotz der Einnahme von Ritalin starten, verwies er auf entsprechende Ausnahmebewilligungen. «Das Wichtigste aber ist vor allem beim Start einer Karriere das familiäre Umfeld», betonte der Sportmediziner, und «dass alle am gleichen Strick ziehen» – speziell im heutigen komplexen Räderwerk der Sportwelt.

Einige der Sportlerinnen und Sportler, die 2019 von der Stadt Solothurn geehrt werden: