Solothurn
«Der Entscheid ist für uns tragisch»: Reaktionen auf das Aus der Bike Days

Die Bike Days werden nicht mehr in der Barockstadt stattfinden. Das Gewerbe, die Hotellerie und Solothurn Tourismus bedauern das.

Fabio Vonarburg
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Sieger Nino Schurter lässt sich auf der Zielgeraden vom Solothurner Publikum feiern.

Sieger Nino Schurter lässt sich auf der Zielgeraden vom Solothurner Publikum feiern.

Hans Peter Schläfli

Das Aus der Bike Days schmerzt. Von verschiedener Seite ist dies zu hören. Etwa von Reto Burki, Inhaber des «Tropical Bike & Fun Shop» sowie Gründer des Bike Team Solothurn, das Nachwuchssportler fördert. «Es war für unsere Fahrer immer etwas Besonderes, vor eigenem Publikum zu fahren», erzählt Burki. Er berichtet von der «Hühnerhautatmosphäre» bei der Einfahrt in den Schanzengraben Richtung Ziel.

Dass die Bike Days Geschichte sind, findet er extrem schade. «Es war ein super Anlass, der viele Besucherinnen und Besucher anzog. Ein Anlass, der für die Stadt und Umgebung viel gebracht hat.» Ein gutes Schaufenster für Solothurn, ergänzt Burki, der für seinen Bike Shop keinen grösseren Umsatzverlust befürchtet.

Der Vorstand logierte jeweils im Hotel Roter Turm

Direkt betroffen vom Aus ist das Hotel und Restaurant Roter Turm in der Altstadt. «Der Entscheid ist für uns tragisch», sagt Vizedirektorin Daniela Bieri. «Dank der Bike Days hatten wir immer vier Tage das ganze Haus gefüllt.» 35 Zimmer hat das Hotel an der Hauptgasse, in dem jedes Jahr der Vorstand der Bike Days übernachtete, wie viele Helferinnen und Helfer.

Charlie Schmid, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn, spricht von einem doppelten Verlust. «Ganz direkt betroffen ist die Rythalle, die einen langjährigen Mieter verliert.» Dazu komme der indirekte Einfluss der Bike Days auf das Gewerbe und die Gastronomie in der Stadt, ergänzt Schmid. Ein Ausfall, der jedoch schwierig sei, in Franken und Rappen zu beziffern.

«Jede Veranstaltung, die in Solothurn stattfindet, generiert Wertschöpfung», sagt Nadine Boner Camacho, Co-Leiterin Marketing und Verkauf bei Solothurn Tourismus. Und mit den Bike Days verliere die Stadt eine der wichtigsten und beliebtesten Veranstaltungen. Bis zu 25'000 Besucherinnen und Besucher kamen jedes Jahr an das nationale Velofestival, das künftig mit neuem Konzept und als «Cycle Week» in Zürich stattfinden wird.

«Wir bedauern den Entscheid der Organisatoren, möchten ihnen aber danken für die langjährige gute Zusammenarbeit», sagt Nadine Boner Camacho, die betont: «Auch wenn es sehr schade ist, es ist der natürliche Lauf der Dinge.» Immer wieder gingen Veranstaltungen, dafür kämen neue Events dazu. Wie in diesem Jahr die ersten Barocktage Solothurn, die auch 2022 wieder stattfinden werden. Die Mitarbeiterin von Solothurn Tourismus sagt: «Die Stadt Solothurn ist sehr gut aufgestellt» und verweist auf die anderen bekannten Veranstaltungen in Solothurn, die eine nationale Ausstrahlung geniessen.

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