Solothurn
Bye Bye Bike Days: Organisatoren entscheiden sich gegen Solothurn und für Zürich

Solothurn verliert das nationale Velofestival an Zürich, das dort unter neuem Namen und neuem Konzept stattfinden wird. Als Cycle Week.

Fabio Vonarburg
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Das war die letzte Ausgabe der Bike Days: Eine Impression aus dem Jahr 2019.

Das war die letzte Ausgabe der Bike Days: Eine Impression aus dem Jahr 2019.

Michel Lüthi

Ein Grossanlass weniger im Jahreskalender der Stadt Solothurn: Am Donnerstag verkündeten die Organisatoren das Aus für die Bike Days. Damit bleibt es bei elf Ausgaben des nationalen Velofestivals beim Schanzengraben und der Chantierwiese, das 2009 in der Barockstadt seine Premiere feierte. Die Organisatoren wollen nun stattdessen ein neues Festival etablieren, in Zürich: die Cycle Week.

Dessen Erstausgabe fand bereits dieses Jahr statt. Coronabedingt hatten die Organisatoren um Erwin Flury entschieden, ihre beiden Velofestivals – die Bike Days in Solothurn und das Urban Bike Festival in Zürich – für ein Jahr zusammenzulegen. Nun folgt der Entscheid zur definitiven Fusion.

Dies nach zahlreichen Gesprächen mit Partnerinnen und Partnern, Analysen der Zahlen und Umfragen sowie dem Wunsch der Industrie nach einer Plattform, die alle Veloaspekte abdeckt, wie die Organisatoren im Newsletter schreiben. In diesem kommt auch Velosuisse zu Wort. «Nach grossartigen elf Jahren in Solothurn» freue man sich über das neue Konzept «am verkehrstechnisch perfekt erschlossenen Standort in der grössten Stadt der Schweiz», so der Verband der Hersteller, Importeure, Grossisten und Agenturen der Fahrradbranche.

Idealer Standort

Die Lage ist dann auch das Argument für das Aus der Bike Days, das Erwin Flury auf Anfrage mehrmals erwähnt: «Es ist ein grosser Wunsch aus der Veloindustrie, dass sie an einem Velofestival neue Leute erreicht.» Dazu sei die Europaallee in Zürich, gleich beim Hauptbahnhof, ideal. Hier, wo Passantinnen und Passanten auch zufällig auf das Festival treffen. Die Bike Days hätten zwar viele Besucherinnen und Besucher angelockt, viele sind jedes Jahr gekommen. Heisst: immer weniger neue Kundinnen und Kunden in Solothurn.

Impressionen der letzten Solothurner Bike Days 2019:

Bike Days 2019 – der Ausstellungsbereich
41 Bilder
135 Aussteller waren 2019 präsent
Wie liegt es sich so?
Beim BMX Flatland wurde in der Reithalle wiederum Stimmung gemacht
BMX Flatland
BMX Flatland
BMX Flatland
BMX Flatland
Hier wird gemeinsam gefeiert
Der Blick von oben aufs Festivalgelände
Spass für die kleinen Bike-Begeisterten
Hier werden Medaillen verteilt
Pumptrack
Pumptrack
Mit Schwung in die Kurve
Beim Öuficup am Freitag laufen und fahren die Teilnehmer durch Matsch.
Hoch hinaus am Öuficup
Nur nicht bewegen...
Der Riders-Talk wurde 2019 zum ersten Mal durchgeführt
Am Samstag fand der Proffix Swiss Bike Cup statt. Am Morgen waren die Junioren und die Amateure dran, am Nachmittag die Juniorinnen und die Männer- und Frauenelite.
Proffix Swiss Bike Cup
Proffix Swiss Bike Cup
Schlammige Angelegenheit
Nino Schurter gewinnt den Proffix Swiss Bike Cup Elite.
Die Frauen-Elite am Proffix Swiss Bike Cup
Hier werden die Bikes aus dem Schanzengraben gestossen.
Die Schweizerin Jolanda Neff wird Zweite.
Es gewinnt Kate Courtney
Die erfolgreichen Fahrerinnen lassen sich feiern
Bosch eMTB Challenge
Bosch eMTB Challenge
Beim MTB Dirtjump gehts hoch hinaus
MTB Dirtjump
MTB Dirtjump
MTB Dirtjump
MTB Dirtjump

Bike Days 2019 – der Ausstellungsbereich

Simon von Gunten

Zudem seien die Bike Days vorwiegend auf den sportiven Bereich, das Mountainbike, ausgerichtet gewesen. Nun wolle man jedoch alle Facetten des Velofahrens in einem Festival abdecken. «Ein Wunsch, den die Veloindustrie schon lange an uns herangetragen hat.» Die zusätzliche Zeit während der Coronapandemie habe man genutzt, um ein neues Konzept zu entwickeln. Eines, das nicht kompatibel mit einer Kleinstadt wie Solothurn ist:

«Die urbane Bevölkerung, die ein gutes Velo zum Pendeln braucht, kann man nur schwierig dazu bringen, dass sie extra nach Solothurn kommt.»

Weiter kommt Erwin Flury auf die Infrastruktur zu sprechen. In Zürich könne man von der bestehenden Infrastruktur profitieren. Als Beispiel nennt er den Dirtjump-Contest. Für diesen musste man in Solothurn jährlich eine Anlage aufbauen, in Zürich kann eine bestehende genutzt werden. Ebenso bei den Testtrails. Auch hier sei der Aufwand in Zürich geringer.

Flury betont aber, dass der Entscheid nicht leichtgefallen sei, dass es viele Diskussionen gegeben habe. Vermissen werde man den Schanzengraben, in Zürich gäbe es nichts Vergleichbares. Ebenso die gute Stimmung an den Bike Days.

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