Solothurn

Sicher muss sein: Fasnachtswagen müssen alle bei der MFK durch

Knifflig ist die Einfahrt zum Kronenstutz für solche Monsterwagen wie denjenigen der Narrenzunft Honolulu.

Knifflig ist die Einfahrt zum Kronenstutz für solche Monsterwagen wie denjenigen der Narrenzunft Honolulu.

Für die beiden grossen Stadtparaden in Solothurn müssen die Umzugswagen Sicherheitsauflagen der Motorfahrzeugkontrolle erfüllen.

Was wären die honolulesischen Fasnachtsumzüge ohne die imposanten Umzugswagen? Es ist Jahr für Jahr beeindruckend, wie närrisch-kreativ mit handwerklichem und technischem Geschick die Sujets hochwertig umgesetzt werden. Hochwertigkeit gilt nicht nur für den optischen Eindruck, sondern bei der Sicherheit dieser Konstruktionen. Dabei gilt es zwei Aspekte zu beachten: die Betriebssicherheit während des Verschiebens auf den öffentlichen Strassen und die Sicherheit während der Umzüge auf der abgesperrten Strecke. Für deren Einhaltung hat die Motorfahrzeugkontrolle des Kantons Solothurn (MFK) einen Leitfaden erstellt.

Wagenbauer müssen sich deklarieren

Seit 2008 müssen die Wagenbau-Verantwortlichen die Sicherheitsmassnahmen in einer laufend aktualisierten Eigendeklaration bestätigen. «Dadurch wird der Sicherheitsstandard auf einem hohen Niveau gehalten», schreibt die MFK in ihrem Leitfaden. Zudem stellt die Amtsstelle spezialisierte Experten zur Verfügung. Die Umzugswagen gelten wegen ihrer Überbreite als Spezialtransporte, werden doch die gesetzlichen Höchstmasse deutlich überschritten. Gemäss Leitfaden dürfen die Fahrzeuge eine Breite von maximal 3,5 Metern aufweisen. Aus Sicherheitsgründen ist diese Überbreite mit rot-weissen Markierungstafeln zu kennzeichnen. Damit die Umzugswagen bewegt werden dürfen, stellt die MFK nach Vorliegen einer Deckungszusage der Umzugsversicherung der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft Solothurn (UNO) als Organisatorin eine Globalbewilligung aus. Für nicht eingelöste Fahrzeuge werden gegen eine Depotgebühr Tagesschilder abgegeben.

Beim Verschieben, bei dem keine Personen mitgeführt werden dürfen, gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Zudem erhalten die Zünfte eine Sonderbewilligung für Begleitfahrzeuge mit gelbem Gefahrenlicht. Je ein Fahrzeug darf vor und hinter dem Umzugswagen mitfahren. Diese Massnahmen sind notwendig, weil keine Zunft oder Gruppe mehr auf Stadtboden ihre Wagenbaulokalität hat.

Die grossen Knackpunkte auf der Umzugsroute

Allerdings schränken auch natürliche Begebenheiten die Dimensionen ein. Die Grösse des Bieltors und der Stein rechts nach der Durchfahrt, die Kurve beim Märetplatz-Brunnen ebenso mit einem Stein, die Einfahrt vor der St. Ursentreppe in den Kronenstutz wie auch das Einbiegen beim Gewerbeschulhaus in die Niklaus-Konrad-Strasse sind zu beachten. Den Bremsen, der Beleuchtung, der Lenkung und der Sicht des Fahrers in alle Richtungen mit Seitenspiegeln gilt dabei ein besonderes Augenmerk.

Es werden mehrheitlich nicht eingelöste ältere Fahrzeuge, als Umzugswagen verwendet. Eingesetzt werden mehrheitlich Lastwagen, Lieferwagen, Motorkarren, aber auch einachsige landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Anhänger sind zum Teil Eigenkonstruktionen. Bezüglich Unterhalt dieser Fahrzeuge hat Stefan Paratore, Verkehrsexperte der MFK, keine Bedenken. «In den Zünften und Gruppen hat es genügend Fachleute, die die Betreuung übernehmen, es sind keine Laien.» Mit Blick in die Zukunft macht sich der Verkehrsexperte hingegen ernsthafte Gedanken. «Bei neueren Fahrzeugen mit ihrer fortschrittlichen Technik und Elektronik werden die Fasnachtszünfte vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Abänderungen lassen sich nicht mehr ohne weiteres realisieren.»

Auf Wunsch begleitet der Verkehrsexperte die UNO auf ihrer Inspektionstour bei den Umzugsgruppen, um die Wagen in der Bauphase unter die Lupe zu nehmen. Alle zwei Jahre findet zudem ein Gedankenaustausch auch für Verbesserungen statt.

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