Solothurn

Schrebergärten müssen Wohnungen weichen – gibt es eine neue Heimat?

34 Schrebergärten in der Weststadt müssen in einigen Jahren Wohnungen weichen. Die Stadt sucht für die Pächter nach einer Alternative.

Dass ihr kleines Gartenparadies nicht für ewig ist, das wissen die Pächter der Schrebergärten in der Solothurner Weststadt schon lange. Schon sehr lange. Bereits auf Ende 2001 wurde ihnen schon einmal voraussichtlich gekündigt und auch jetzt steht das mögliche baldige Ende in jedem Pachtvertrag drin, dass die Bürgergemeinde mit Hobby-Gärtnern abschliesst.

Nichtsdestotrotz blüht und grünt es noch immer neben der Kirschbaumstrasse. Doch: Das Ende für die Schrebergärten scheint viel näher als auch schon.

Brief kündigt Ende an, macht aber Hoffnung

Ende August erhielten die betroffenen Pächter Post vom Solothurner Stadtbauamt. «Sie haben auf dem Grundstück Solothurn Nr. 2033/2035 einen Schrebergarten von der Bürgergemeinde Solothurn gepachtet», heisst es darin. «Wie Ihnen bekannt ist, wird dieser im Zusammenhang mit der geplanten Überbauung im Gebiet der ‹Brunnmatte› wegfallen.»

Doch der Brief enthielt auch eine Portion Hoffnung. Eine Perspektive, dass es an anderer Stelle weitergehen könnte. Im Brief ist zu lesen: «Als Standortgemeinde ist die Stadt nun dabei den Bedarf an Schrebergärten zu ermitteln, um bei vorhandenen Bedarf einen Ersatz anbieten zu können.»

Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, bestätigt auf Anfrage, dass derzeit Abklärungen laufen und diesbezüglich die 34 betroffenen Schrebergartenpächter angeschrieben wurden. In einem weiteren Schritt werde nun die Bedarfsanalyse dem Gemeinderat vorgelegt, um einen Grundsatzentscheid zu erhalten, ob die Ersatzschrebergärten auf ein benachbartes Grundstück (6390) verlegt werden sollen. Andrea Lenggenhager: «Dies würde bedeuten, dass die Stadt auch die nötige Infrastruktur erstellen müsste, sodass dieses Projekt dann im kommenden Finanzplan aufgenommen werden müsste.» Die Leiterin des Stadtbauamts schätzt, dass die Schrebergärten in drei bis fünf Jahren wegfallen werden.

Bürgergemeinde ist froh über Engagement der Stadt

«Wir sind sehr daran interessiert, dass für unsere Schrebergartenpächter eine Ersatzfläche gefunden wird», sagt Sergio Wyniger, Präsident der Bürgergemeinde Solothurn. «Auch da es dadurch zu weniger Diskussionen kommen würde, wenn wir ihnen definitiv kündigen müssen.» Selber hat die Bürgergemeinde keine Möglichkeit dem Pächter eine Alternative anzubieten, wie Wyniger betont, dazu fehle der Bürgergemeinde Solothurn das passende Land auf Stadtgebiet.

Die Bürgergemeinde hat das Grundstück 2007 erhalten, als die Stiftung des Bürgerspitals aufgelöst wurde. Mit dem Land übernahm sie auch die Schrebergartenpächter. Schon damals sei klar gewesen, dass dies nur eine Übergangslösung sei, so Wyniger. «Es handelt sich hierbei um wertvolles Bauland in Entwicklungsgebiet. Es wäre schade, wenn dies weiter brachliegt.» Noch liegt kein konkretes Bauprojekt vor. Die Bürgergemeinde hat im vergangenen Jahr einen städtebaulichen Studienauftrag durchgeführt, um Bebauungsvorschläge zu erhalten. Als nächster Schritt wird ein Gestaltungsplan erstellt und das Mitwirkungsverfahren gestartet, erklärt Sergio Wyniger.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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