Neben dem Säutörli dampft die Seele des Chlausemärets vor sich hin: Glühwein. 1100 Liter sollen es bis am Donnerstagabend werden – der grösste Teil besteht aus Wein, der unermüdlich in die grossen Töpfe gekippt wird. Dazu Orangensaft, rund ein Viertel der Gesamtmenge, etwas Wasser plus Gewürz.

«Der Erlös aus dem Glühweinverkauf dient der Finanzierung der Beleuchtung über dem Friedhofplatz», erklärt Urs Gysin, Präsident des Vereins Chlausemäret Solothurn, der die Organisation von der aufgelösten Gründervereinigung Pro Friedhofplatz übernommen hat. «Aber am Märet ändert sich im Prinzip nichts», verweist Gysin auf sein siebenköpfiges OK-Team, zu dem sich jeweils noch zusätzliche Helferinnen und Helfer gesellen.

So zum Beispiel die «Chlemmhemsen», ein eingespieltes Frauenteam, das seit je den Glühweinverkauf übernimmt – und ansonsten an der Fasnacht seine legendäre Chlämmerli-Bar dort führt, wo jetzt der Glühwein vor sich her köchelt.

Chlausemäret 2017 im bewegten Bild

Ausgebucht, aber ...

Der Glühwein-Ausschank ist denn auch ein Anziehungspunkt für den beliebten Adventsanlass mitten in der Altstadt, dann aber auch der Samichlaus mit Schmutzli und den beiden Eseln. Die Identität der beiden Bartträger bleibt geheim, nur so viel verrät der OK-Präsident: «Die Esel gehören dem Samichlaus, wie es sich gehört.»

Ein weiteres Plus sei das einheitliche Erscheinungsbild der 67 Stände auf dem Friedhofplatz mit seinen roten Dächern und der durchgehenden «Biirli»-Beleuchtung. «Wir haben gerade 300 neue LED-Lämpchen angeschafft, die werden nicht mehr heiss», erzählt Beleuchtungschef Rolf Grau. 250 Stück davon sind auf die Stände verteilt worden und tauchen vor allem abends die rote Adventswelt ins richtige Licht.

Hauptfaktor aber sind die Stände selbst. «Wir schauen auf die Qualität des Angebots», versichert Urs Gysin. «Und wir sind wieder einmal ausgebucht.» Was nicht mehr so ganz selbstverständlich sei, denn eines muss der selbst als Aussteller auftretende Geschäftsmann einräumen: Die Auswahl an möglichen Standbetreibern sei nicht mehr so gross wie auch schon.

«Wir können noch auswählen, aber nicht mehr in dem Ausmass wie früher.» So gebe es immer wieder Aussteller, die aufgeben, weil sie den Aufwand und die Kosten nicht mehr mit dem resultierenden Ertrag vereinbaren können – ein Argument, dass auch Gysin selbst zu einem Verzicht auf den Wienachtsmäret nächste Woche im Kreuzacker bewogen hat.

Doch der Besucherstrom auf dem Platz ist ungebrochen, die Heilsarmee spielt Weihnachtsweisen, so wie am Donnerstagabend am zweiten Chlausemäret-Tag, der bis 21 Uhr dauert, die Brassband Solothurn. Aber eines ist offensichtlich: Es sind mehr Stadtpolizisten sur Place als auch schon – was Quartierpolizist Beat Zürcher auch gar nicht dementiert. So ganz alles ist eben nicht mehr wie früher.