HESO

Roland Fürst blieb cool – trotz heissem Stuhl

Der heisse Stuhl: Regierungsrat Roland Fürst  wird von Balz Bruder, dem neuen Chefredaktor der Solothurner Zeitung, interviewt.

Der heisse Stuhl: Regierungsrat Roland Fürst wird von Balz Bruder, dem neuen Chefredaktor der Solothurner Zeitung, interviewt.

Regierungsrat Roland Fürst stellte sich auf dem heissen Stuhl der HESO den Fragen von Balz Bruder.

Einmal mehr wurde der Anlass seinem Namen gerecht: Am HESO-Behördentag im Schwingerzelt wurde der «Heisse Stuhl» wieder mächtig angeheizt. Darauf Platz nahm Regierungsrat Roland Fürst, fürs Brennholz zuständig war Balz Bruder, ab Montag neuer Chefredaktor der Solothurner Zeitung und des Grenchner Tagblatts. Auch wenn ein sportlicher Schlagabtausch folgen sollte, waren sich beide ob der ersten Frage ziemlich einig: «Besonders bequem sitzts sich nicht», warf Bruder angesichts der roh behauenen Holzblöcke ein. «Wie ein Folterstuhl», bestätigte Fürst, der sich aber im Verlaufe des Gesprächs nicht kampflos foltern liess.

Mit Blick auf die jüngsten Meldungen aus Bundesbern lockte Bruder den Vizelandammann mit der Frage, ob einer der beiden freiwerdenden Bundesrats-Sitze nicht auch Solothurn zustehen könnte. «Am besten beide – wir hättens allemal verdient», meinte dieser und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, Parteikollegin Doris Leuthard, die er am Vorabend noch getroffen habe, sei nicht seinetwegen zurückgetreten. Auf Balz Bruders Frage, ob es sich um ein erstes Sondierungsgespräch für die Nachfolge gehandelt habe, verneinte Fürst. Ob aber auch Pirmin Bischof als «Dauerkandidat» für einen Bundesratssitz ins Gespräch gebracht werden sollte oder ob dessen Name ohnehin fällt, blieb unbeantwortet.

Auf dem heissen Stuhl der HESO: Regierungsrat Roland Fürst mit Balz Bruder, dem neuen Chefredaktor der Solothurner Zeitung

Auf dem heissen Stuhl der HESO: Regierungsrat Roland Fürst mit Balz Bruder, dem neuen Chefredaktor der Solothurner Zeitung

Ausschnitt aus dem Gespräch.

Über Fotografie und Kunst

Auch Fürsts unlängst bekanntes Hobby wurde zum Diskussionspunkt des «Heissen Stuhls». Das Fotografieren, so der Regierungsrat, sei dabei eher eine Nebenerscheinung eines anderen Hobbys. «In 80 Prozent der Fälle fotografiere ich nebenbei, während ich mit den Hunden laufen gehe.» Dies lieferte Bruder gleich zwei Steilpässe aufs politische Parkett: Die letzten Dezember vom Kantonsrat verabschiedete Verlängerung der Leinenpflicht aufs Doppelte, eine, an die sich der Regierungsrat in seiner Vorbildfunktion selbstverständlich auch halte, «auch wenn meine beiden Hunde lediglich zweieinhalb und drei Kilo schwer sind.»

Der zweite Steilpass landete bei der Ausstattung des regierungsrätlichen Büros: Während seine Amtskollegin kürzlich mit neuen Bildern für ihren Arbeitsplatz beehrt wurde, «hängen bei mir nur Bilder von eigenen Fotos», sagt Fürst. Und nein, diese habe er nicht für sein Büro kaufen lassen.

Die Finanzen im Fadenkreuz

Mit Streifzügen durch die politische Landschaft des Kantons fuhr Balz Bruder fort. Dass Solothurn etwas zu lasch mit dem Raumplanungsgesetz umgehe und zusammen mit dem Aargau mit Zersiedelungsproblemen kämpfe, liess Fürst nicht auf sich sitzen. «Die Anpassung des Richtplans liegt beim Bundesrat zur Genehmigung auf. Wir verhalten uns bundeskonform.» Kritisch gewürdigt wurde daraufhin der grosse «Coup», der «Fisch», den der Kanton in Gestalt von Biogen in Luterbach an Land zog.

Obschon laut Bruder «ein einsamer Fisch im Teich», was Fürst mit Fingerzeig auf die Entwicklung rund um das Biogen-Areal ebenso verneinte. Und auch als Balz Bruder den «Stuhl» weiter anheizte, blieb Fürst «cool». Beispielsweise bei der finanziellen Situation des Kantons und der Steuervorlage 17: «Ein Bombenbudget habt ihr nicht», sagte Bruder, der ursprünglich aus dem Aargauischen stammt: «Wie sollen Steuerausfälle kompensiert werden?» Da sei man mitten in der Erarbeitung, so Fürst. Und während man vor 2013 noch rote Zahlen schrieb, sei man bereits beim operativen Plus angelangt.

Auch bei der Gretchenfrage, welche der drei Messen HESO, Mia (Grenchen) – die seit Donnerstag mit neuem Standort wieder auf Kurs ist – oder Mio (Olten) die schönste sei, liess sich Fürst nicht aus der Ruhe bringen: «Gut, haben wir die Vielfalt. Und die drei lassen sich ohnehin nicht vergleichen...»

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