Solothurn

Rochade von der Gurzeln- in die Hauptgasse: Baby-Shop Elf kehrt an alte Adresse zurück

Das Liegenschaften-Karussell in der Solothurner Altstadt dreht sich munter weiter: An der Gurzelngasse werden zwei Häuser umgebaut. Und der Baby-Shop Elf kehrt deshalb wieder an die alte Adresse an der Hauptgasse zurück.

Für zwei Wohn- und Geschäftshäuser an der Gurzelngasse klären sich die Fronten: Sie werden bald umgebaut. Beide liegen fast nebeneinander und gehören der Solothurnischen Immobilienverwaltung SIV, die an der Gurzelngasse 2 ansässig ist. Erst kürzlich hat sie das Haus Gurzelngasse 30 erworben, wo bis Ende 2017 noch das Modehaus Schild eingemietet gewesen war.

SIV-Verwaltungsratspräsident Urs Rudolf hat für die grössere Altstadt-Liegenschaft auch schon konkrete Pläne: «Das Geschäftslokal wird nur noch 350 Quadratmeter im Erdgeschoss umfassen, dazu Nebenflächen im Untergeschoss.» Sei doch das Haus nur zu einem Drittel unterkellert. Im restlichen Gebäude ab erstem Obergeschoss sei der Einbau von zehn Wohnungen geplant, «keine 08/15-Wohnungen, sondern mit unterschiedlichen Grundrissen und Terrassenanteilen im Hinterhof zu moderaten Preisen», erklärt Rudolf.

Notwendig werde eine Totalsanierung des Hauses, da die vorherigen Eigentümer – zuletzt seit 2010 eine deutsche Immobiliengesellschaft – seit Jahrzehnten nichts mehr investiert hätten. «Sie haben nur spekuliert und kassiert», so der jetzige Besitzer. Er geht von Millionen-Investitionen aus und einer Bauzeit, die sich bis Ende 2021 erstrecken könnte.

«Elf» nach einem Feld vorwärts eins zurück

Eingemietet ist seit Januar auf zwei Geschossen an der Gurzelngasse 30 das Kleinkinder-Fachgeschäft Elf, das Ende 2018 im Kinderparadies Bohnenblust an der Hauptgasse ausgezogen war. Ausgestattet mit einem Zwischennutzungsvertrag über ein Jahr konnte dieser nun um ein halbes Jahr verlängert werden, sodass «Elf» bis Ende Juni 2020 noch an der Gurzelngasse bleiben kann.

Dann soll der Rück-Umzug in die «alte Heimat» erfolgen, ins ehemalige Geschäftslokal, das derzeit in der Umbauphase steckt. Erworben hatte das ganze vormalige Geschäftshaus Bohnenblust die Zuger Newport Swiss AG, arrondiert wurde die Liegenschaft seit Ende August durch das aufgegebene Fotofachgeschäft Heri nebenan. «Wir werden an der Hauptgasse unten wieder etwa gleich viel Verkaufsfläche wie hier haben, bestätigt «Elf»-Geschäftsinhaberin Tanja Weber die «Rück-Ansiedlung» im nächsten Jahr.

Zwei Häuser sollen verbunden werden

Jörg Eichhorn, Geschäftsführer der Newport Swiss AG, bestätigt den Deal: «Ich freue mich, dass wir den Baby-Shop wieder im Haus haben werden.» Auch im Haus Heri und Bohnenblust sollen die Obergeschosse primär zu Wohnraum umgebaut werden, die beiden Häuser aber im Parterre eine Verbindung erhalten. Dazu werde nun ein zweites, ergänzendes Baugesuch eingereicht. Noch immer bedauert Eichhorn sehr, dass die geplante Überbauung des Innenhofs/Terrasse in der Liegenschaft Bohnenblust abgelehnt worden sei - «das wäre eine Super-Lösung gewesen.»

Ausser der Rückkehr von «Elf» stehe für die sonstigen Verkaufsflächen noch kein Mieter fest. Offen lässt der Investor, ob ein Geschäft über beide Häuser den Baby-Shop ergänzt, oder sich mehrere Mietparteien die restliche Gesamtfläche aufteilen werden.

Und wer wird neuer Mieter?

Noch nicht bekannt ist, wer an der Gurzelngasse in die Fussstapfen von Mode Schild und zuletzt eben «Elf» treten und im dereinst umgebauten Ladenlokal einziehen wird. Dazu der Immobilien-Experte Rudolf, dessen Gesellschaft in der Altstadt mehr als zwei Dutzend Liegenschaften erworben und saniert hat: «Der Liegenschaftenmarkt in der Altstadt von Solothurn unterliegt derzeit einer totalen Umwandlung – weg vom Textilmarkt zur Gastronomie», nennt er Namen wie Nespresso, Hiltl, Mc Donalds, aber auch Migrolino, Aldi, Lidl oder Aperto.

Dies gehe einher mit dem Trend zu mehr Schnellimbiss-Verpflegung über den Mittag. Denkbar seien aber Ansiedlungen von Dienstleistern wie Uhrmachern oder Handwerksbetrieben und medizinischen Anbietern wie etwa das stark aufgekommene «Bleaching» der Zähne oder auch Botox-Behandlungen.

Weitere Wohnungen entstehen

Allgemein werden bei aktuellen Altstadtprojekten Geschäftsflächen zugunsten des Wohnungsbaus reduziert. So plant Rudolfs Immobilienverwaltung auch im Haus Gurzelngasse 34 den Einbau von fünf «modernen, originellen Wohnungen im Vorder- und Hinterhaus.»

Die Fertigstellung soll bis im Frühling 2020 erfolgen, nachdem die Musikschule Solotutti von Isabella Steffen aus- und umgezogen sei. Auf den gleichen Bezugstermin hat die SIV weitere fünf «spezielle Wohnungen» am Riedholzplatz 28 im Bau, das «Juwel» dort sei ebenfalls von den Vorbesitzern, einer Erbengemeinschaft, «vernachlässigt» worden und erfordere deshalb eine Totalsanierung.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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