Die Mitgliederversammlung der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage (SGSF) stand erstmals unter der Präsidentschaft von Alt-Nationalrat Felix Gutzwiller. Der FDP-Mann übernahm das Amt des Vereinspräsidenten im letzten Februar von Christine Beerli. Nach der vollendeten 52. Filmtage-Ausgabe musste nach vier Jahren ein Defizit in der Rechnung 2016/2017 zur Kenntnis genommen werden.

Es resultiert ein Aufwandüberschuss von 70'000 Franken. Im Jahresbericht wird erwähnt, dass beachtliche Investitionen ins neue Ticketingsystem sowie Mindereinnahmen bei den Programm- und Projektpartnern zum Aufwandüberschuss geführt hätten. Es ist somit offensichtlich, dass für weitere zukunftsgerichtete Investitionen sowie für eine nachhaltig gesunde Finanzierung ein zweiter Hauptsponsor gefunden werden muss.

Sponsorensuche ist zentral

Mit dem derzeit einzigen Hauptsponsor Swiss Life konnte für drei weitere Jahre ein Sponsoringvertrag abgeschlossen werden. Die intensivierte Suche nach einem weiteren Hauptsponsor ist denn nun auch eine der zentralen Aufgaben des neuen Präsidenten Felix Gutzwiller. Die Geschäftsleitung setzt dabei insbesondere auf die sehr gute Vernetzung in Politik und Kultur des neuen Präsidenten.

Die letzte Filmtage-Ausgabe habe ganz im Zeichen der Innovation gestanden und Experimente gewagt, meinte Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer. Das neue Ticketing-System habe nach Anlaufschwierigkeiten funktioniert. Für die kommende Ausgabe seien diesbezüglich weitere Anpassungen geplant. 2017 konnten exakt 65'817 Eintritte gezählt werden. Das waren «nur» 165 Eintritte mehr, als im Vorjahr, womit offenbar eine Spitze erreicht worden ist. Auch wurden in den 9 Spielstätten mit 220 Filmen fast genauso viele Filme wie im Jahr 2016 gezeigt (221). Interessant ist auch ein Resultat der bereits zum sechsten Mal durchgeführten Publikumsbefragung, bei der erstmals die Wertschöpfung erfragt wurde. Demnach hat 2017 jeder Besucher durchschnittlich pro Tag für Verpflegung und Unterkunft in Solothurn 100 Franken ausgegeben.

Res Strehle neu im Vorstand

Als neues Mitglied im Vorstand des Vereins wurde Res Strehle, Journalist und Präsident der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern, gewählt. Strehle zu seiner Wahl: «Ich freue mich sehr darauf, die Zukunft dieser Traditionsveranstaltung strategisch mitzugestalten.» Er ersetzt Christoph Beat Graber, Professor für Rechtssoziologie an der Uni Zürich, der acht Jahre SGSF-Vorstandsmitglied war.

Die Solothurner Filmtage stellten eine neue Initiative zur Förderung der Vernetzung von Schweizer Filmschaffenden vor. In Zusammenarbeit mit der UBS-Kulturstiftung wird jungen Schweizer Filmschaffenden während dreier Jahre (2017–2019) die Möglichkeit geboten, an einem ausgewählten internationalen Workshop teilzunehmen.

Den Anfang macht das amerikanische Dokumentarfilmseminar Flaherty. Seraina Rohrer sagt dazu: «Die Teilnahme an internationalen Workshops stärkt die Vernetzung und ermöglicht Schweizer Filmschaffenden, sich über den Rahmen der Solothurner Filmtage hinaus mit Expertinnen und Experten auszutauschen».