Strassensanierung

Regelrechte Wüstenpisten in der Solothurner Altstadt

Seit zwei Tagen ist Sand ein grosses Thema in der Solothurner Altstadt: Die Fugen des Strassenpflasters werden damit zwischen dem Baseltor und der Kreuzackerbrücke saniert.

Kein Saharastaub hat zuletzt die Stadt heimgesucht, dennoch gleichen der Kronenstutz und der Kronenplatz derzeit eher einer Wüstenpiste für die Rallye Paris - Dakar. Überall an den Platz- und Strassenrändern türmen sich kleine Sandhaufen – speielende Kinder oder ein Katzenklo im Gebrauch wurden allerdings noch nicht beobachtet. «Es wird schnell besser», verspricht der Verantwortliche für die zweitägige «Sandkasten-Übung», Thomas Pfister als neuer Chef des städtischen Tiefbauamtes. «Wir mussten für das Verfugen des Strassenpflasters mehr Sand einsetzen als üblich, da das Aussanden seit 12 Jahren nicht mehr erfolgt ist.»

Die Massnahme sei umso nötiger, «als sonst grössere Investitionen bis hin zum Ersatz des Pflasters drohen», so Pfister weiter. Auch habe der Werkhof festgestellt, dass infolge des fehlenden Sandes zwischen den Pflastersteinen die hartnäckigen Fasnachtszeugen, die Konfetti, kaum mehr entsorgt werden könnten.

Die Stadt in fünf Etappen eingeteilt

«Der Werkhof hat das Ganze sehr effizient und rasch abgewickelt», windet Pfister den Einsatzkräften des dortigen Chefs Patrick Schärer ein Kränzchen – dabei habe der Werkhof auch auf ein Spezialwerkzeug zur Aussandung von Sportplätzen zurückgegriffen.
Die zweitägigen Arbeiten - am Dienstag wurde vom Baseltor bis und mit Kronenplatz ausgesandet, am Mittwoch der Kronenstutz und der Klosterplatz – bleiben jedoch Solothurn auch in Zukunft keineswegs erspart. «Wir werden das gesamte Strassenpflaster in Etappen unterhalten», erläutert Thomas Pfister. «Dafür haben wir die gesamte Stadt in fünf Etappen aufgeteilt – vier davon liegen in der Altstadt, eine weitere bildet die Vorstadt.» Auch werde man alle fünf Jahre überprüfen, wie es um die Verfugung des Strassenpflasters bestellt sei. Und natürlich dort, wo die Pflasterfugen vermörtelt, statt ausgesandet sind, die allfälligen Risse oder Ausbrüche flicken

Warum ausgerechnet jetzt?

Ein bisschen erstaunte schon, dass die Arbeiten in der Altstadt ausgerechnet auf den Ferienbeginn mit dem Besuch vieler Touristen erfolgten. Auch konnte der Bereich, wo die «Couronne» und die «Suteria» ihr Aussenmobiliar und Pflanzkübel platziert haben, nicht ausgesandet werden. «Hauptsächlich ging es uns auch nicht um die Plätze», erklärt dazu der Chef Tiefbau, «sondern um die Fahrbahn und Kurve in den Steigungen, wo die Belastungen durch das Bremsen und Beschleunigen vieler, auch schwerer Fahrzeuge am grössten sind und das Pflaster deshalb am meisten gelitten hat.» Natürlich könnte man die Arbeiten auch im Herbst oder Frühling – nicht aber im Winter – ausführen, «doch wurde uns gesagt, in den Sommerferien, wenn es heiss ist, seien tagsüber nicht so viele Leute in der Stadt.»

Dass es mit den Arbeiten Staub und Dreck gebe, bestreitet Pfister nicht. «Aber wir hatten kein einziges Telefon deswegen.» Einzig das Hotel Couronne habe angefragt, ob man das Mobiliar draussen entfernen müsse. In den nächsten Tagen sollte alles, was auf zwei Rädern unterwegs ist, sein Tempo drosseln und aufpassen. Denn grosse Tafeln warnen vor «Rutschgefahr!» Doch bald dürfte der Sand keinen Staub mehr aufwirbeln – und Sand von gestern sein.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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