Solothurn

Reformierte Kirchgemeinde muss sparen: Das Kirchgemeindehaus in der Weststadt wird verkauft

Die reformierte Kirchgemeinde will ihre Liegenschaft in der Weststadt verkaufen.

Die reformierte Kirchgemeinde will ihre Liegenschaft in der Weststadt verkaufen.

Ab diesem Jahr hat die Reformierte Kirchgemeinde Solothurn 450'000 Franken weniger im Jahr zur Verfügung. Das hat Folgen: Die Kirchgemeinde verkauft nun Liegenschaften.

Es ist eine enorme Summe: Ab diesem Jahr stehen der reformierten Kirchgemeinde Solothurn pro Jahr 450'000 Franken weniger zur Verfügung. Dies aus zwei Gründen: Einerseits erhält die Kirchgemeinde wegen der neuen Berechnungsmethode des Finanzausgleichs Kirchen im Kanton Solothurn 300'000 Franken weniger.

Die weiteren fehlenden 150'000 Franken sind auf ständig sinkende Steuereinnahmen zurückzuführen – aufgrund von Kirchenaustritten, Todesfällen und Wegzügen. Um mit der schwierigen finanziellen Situation zurechtzukommen, hat die Kirchgemeinde ein Massnahmenpaket beschlossen. Dazu gehört der Verkauf von Liegenschaften.

Die Verkaufserlöse werden reinvestiert

An der letzten Kirchgemeindeversammlung haben die Mitglieder nun grossmehrheitlich beschlossen, zwei Liegenschaften zu verkaufen, nebst dem Kirchgemeindehaus in Lommiswil auch jenes in der Weststadt. Damit soll mit den wegfallenden Unterhaltskosten die laufende Rechnung entlastet werden, der Verkaufserlös soll in die anderen Liegenschaften der Kirchgemeinde reinvestiert werden. Etwa in die Stadtkirche in Solothurn, bei der umfangreiche Sanierungsarbeiten anstehen.

Die Massnahmen seien unumgänglich gewesen, sagt Kirchgemeindepräsidentin Barabara Fankhauser. «Jeder Verkauf schmerzt. Doch es ging nicht anders.» Im Unteren Leberberg muss noch geklärt werden, welche Liegenschaft erhalten bleiben soll.

Der Verkauf des Gemeindehauses in der Weststadt drängte sich jedoch auf. Erstens wird das Gebäude, das 1967 eröffnet worden ist, nicht mehr so stark von der Kirchgemeinde beansprucht wie noch vor einigen Jahren. So wird nur noch in seltenen Fällen in den dortigen Räumlichkeiten ein Gottesdienst gefeiert. Zweitens ist das Haus an der Areggerstrasse deutlich in die Jahre gekommen und müsste totalsaniert werden. 1,7 Mio. Franken würde die Sanierung kosten, wie 2014 eine Grobkostenschätzung aufzeigte.

Abriss des Gebäudes ist «realistisches Szenario»

Noch hat die Kirchgemeinde kein Angebot für die Liegenschaft in der Weststadt erhalten. Doch Fankhauser geht davon aus, dass sich das Land gut verkaufen lässt. Steht also der Abriss des Kirchgemeindehauses bevor?

«Das ist leider ein absolut realistisches Szenario», gibt die Kirchgemeindepräsidentin Auskunft. Fest steht, dass das Gebäude nicht an neue Besitzer übergehen darf, bevor das Jugendmusical 2021 über die Bühne ging. Nebst dem Jugendmusical, das alle zwei Jahre stattfindet, muss auch noch eine Lösung für die Spielgruppe gefunden werden. Die Büroräume der Jugendarbeit werden voraussichtlich an die Baselstrasse ziehen.

Nebst dem Verkauf der beiden Liegenschaften steht auch fest, dass die Kirchgemeinde eine freigewordene Pfarrstelle nicht neu besetzen wird. Die Erhöhung der Kirchensteuer steht jedoch nicht zur Debatte, betont Barbara Fankhauser. «Dies wäre die absolut letzte Massnahme. Mit jedem Prozent, um das man erhöht, provoziert man weitere Kirchenaustritte.» Und damit den weiteren Wegfall von Einnahmen.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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