Solothurn

Petition ohne Erfolg: Der Mammutbaum steht vor dem Fall

Der 150-jährige Mammutbaum im Blumensteinquartier soll einer Wohnüberbauung weichen.

Der 150-jährige Mammutbaum im Blumensteinquartier soll einer Wohnüberbauung weichen.

Die Gemeinderatskommission geht nicht auf die Petition «Rettet den Mammutbaum am Sälirain!» ein. Das Schicksal des Baumes dürfte endgültig entschieden sein.

Seit einem Jahr beschäftigt das Schicksal dieses einen Baumes die Solothurnerinnen und Solothurner. Es geht um den Mammutbaum am Sälirain. Dieser soll der geplanten Wohnüberbauung, der sogenannten «Villa Blumenstein», weichen. Zahlreiche Versuche von mehreren Seiten den 150- jährigen Riesen zu retten, blieben bislang erfolglos. Zuletzt wurde eine Petition lanciert, mit dem Ziel, die Behörden und den Grundstückseigentümer von der Bedeutung des Baumes zu überzeugen und umzustimmen − jedoch ohne Erfolg.

Trotz breiter Unterstützung der vielen Unterzeichnenden fand das Anliegen kein Ge­hör. Stadtpräsident Kurt Fluri schreibt in seiner offiziellen Antwort: «Wir nehmen von ihrer Petition Kenntnis, leisten ihr aber keine Folge.» Somit dürfte das Schicksal des Mammutbaumes wohl endgültig entschieden sein.

Gemeinderatskommission lehnte Antrag ab

Die Gemeinderatskommission der Stadt Solothurn sei über den Eingang der Petition informiert worden, habe es allerdings abgelehnt, das Anliegen an einer nächsten Sitzung zu traktandieren, wie Fluri schreibt. Seit der Behandlung der Motion betreffend «Schutz des Mammutbaumes im vormaligen Park des Schloss Blumenstein» seien keine neuen Fakten ein­getreten. Diese Motion wurde letzten Herbst von der SVP- Fraktion, namentlich von Marianne Wyss, eingereicht, blieb aber ohne Chancen.

Mit achtzehn gegen sechs Stimmen bei vier Enthaltungen wurde die Motion für nicht erheblich erklärt. Das Argument damals: Es sei rechtlich problematisch und eigentümerfeindlich einen Baum unter Einzelschutz zu stellen. «Nach Auffassung der Gemeinderatskommission hat sich an der seinerzeitigen Argumentation pro und kontra zur Frage des Schutzes des Mammutbaums nichts geändert», begründet Fluri in seiner Antwort den negativen Entscheid.

Petition von Pro Natura Solothurn eingereicht

«Gestützt auf die ökologische Bewertung des Grundstückes im Naturinventar ist die Stadt dafür verantwortlich, ihre einmaligen naturhistorischen Objekte für die Nachwelt zu erhalten», so das Argument hinter der Petition. Lanciert wurde diese von Ariane Hausammann, Geschäftsführerin von Pro Natura Solothurn. Nachdem bereits ihre Einsprache − zusammen mit fünfzehn weiteren − abgelehnt und das Bauprojekt von der Baukommission bewilligt worden ist, startete Pro Natura Solothurn auf der Online-Plattform «Petitio» diese Rettungsaktion.

Der Mammutbaum im Blumensteinquartier stamme aus einem Pflänzling von der Weltausstellung in Paris 1898. Allein aus diesem Grund sei er von historischem Wert und «die Stadt ist in der moralischen Pflicht dieses Monument zu erhalten», schreibt Hausammann in der Petition. Zudem würden insbesondere alte Bäume wichtigen Lebensraum für verschiedene Lebewesen bieten, begründet Pro Natura ihre Forderung nach Erhalt des Baumes. Nicht nur im Quartier selbst stiess das Anliegen auf Unterstützung. Nach Ende der 30-tägigen Frist zählte die Petition 586 Unterzeichnende. Dieser «Druck aus der Bevölkerung» solle auch zeigen, dass ein Fällen des Mammutbaumes nicht akzeptiert werde und zu einem Reputationsschaden führen werde.

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