Künstlerhaus

Peter Bichsels Schriften und auch Solothurn sind in den Werken der Gastkünstlerin wiederzufinden

Annemarie Laner und Schriftsteller Peter Bichsel.

Annemarie Laner und Schriftsteller Peter Bichsel.

Gastkünstlerin Annemarie Laner aus Südtirol hat sich von Peter Bichsels Schriften zu ihren Kunstwerken inspirieren lassen. Ihre Werke sind im Künstlerhaus S11 ausgestellt.

«Bichsel hinterfragt sogenannte kleine Begebenheiten, das leise Alltägliche und vordergründig Unbedeutende, dem der symbolische Gehalt auf unspektakuläre Weise eingeschrieben ist», schrieb die Südtiroler Künstlerin Annemarie Laner, als sie sich um das Gastatelier im Alten Spital bewarb.

Im Gespräch anlässlich der Vernissage ihrer Werke im Künstlerhaus bestätigte sie, dass sie die Schriften von Peter Bichsel seit vielen Jahren kennt und sich schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken trug, sich davon für einen Bilderzyklus inspirieren zu lassen. Ein zahlreiches Publikum fand sich ein, um zu sehen, wie Annemarie Laner sich mit den Texten von Bichsel auseinandergesetzt hat.

Entstanden sind nicht nur Bilder, sondern auch Installationen und nicht nur Bichsel’sche Texte haben ihren Niederschlag in Laners Werken gefunden, sondern auch Solothurn. Bei der Einführung durch Martin Rohde ist die auf drei Etagen schön gegliederte Ausstellung mit den Texten von Bichsel zusammengeführt worden. Die Hängeinstallation im zweiten Stock von Schuhen aus Papier und Carnaubawachs geht auf den Text «Ein Mädchen hüpft durchs Zimmer» zurück. Mag sein, dass einige nach dem Besuch dieser Ausstellung wieder zu Bichsels Werken greifen. Martin Rohde hat es getan und fährt fort: «Annemarie Laner verbindet in den meisten hier gezeigten Arbeiten Schrift mit Bildern zu Schriftbildern und Bilderschrift – manchmal erscheint das Bild dabei wichtiger als der Text, manchmal umgekehrt, manchmal ist die Schrift nicht zu entziffern, manchmal liefert das Bild nur den Kommentar zu einem nachdenklich stimmenden Textfragment.

Aber letztlich geht es nicht um die Vorherrschaft des einen über das andere, sondern beide sind nur in der Ergänzung wirksam.» Sinngemäss nennt sich die Ausstellung denn auch «Carnet de Residence – Annäherungen». Und was sagt Peter Bichsel als Inspirator: «Anfänglich war mir dies etwas peinlich. Aber ich bin begeistert, wie sie dies gemacht hat. Sie ist eine wunderbare Leserin, und ich fühle mich von ihr sehr verstanden.»

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