Solothurn

Panathlonclub lädt drei Generationen zum Sportforum

Sportforum: Eishockey-Nationalcoach Patrick Fischer, Ski-Legende Maries-Theres Nadig und Leichtathletin Géraldine Ruckstuhl.

Sportforum: Eishockey-Nationalcoach Patrick Fischer, Ski-Legende Maries-Theres Nadig und Leichtathletin Géraldine Ruckstuhl.

Patrick Fischer, Géraldine Ruckstuhl und Marie-Theres Nadig nahmen am Sportforum des Panathlonclubs Solothurn unter dem Motto «Exzellenz» teil.

Um Spitzenleistungen im Sport zu erbringen, braucht es ein klares Ziel, das man auch mal ohne falsche Scheu ausspricht. So tat es Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer am Sportforum des Panathlonclubs Solothurn, als er den WM-Titel 2020 ins Visier nahm: «Nächstes Jahr in der Schweiz ist die Chance grösser als in Schweden oder Dänemark.» Neben ihm stellten sich Géraldine Ruckstuhl, frischgebackene U23-Europameisterin im Siebenkampf, und Ski-Legende Marie-Theres Nadig vor 120 Anwesenden den Fragen von Moderator Peter Wüthrich.

Am Anfang von Exzellenz, einer vortrefflichen sportlichen Leistung, stand bei allen drei Podiumsgästen die Lust an der Bewegung. Mit «Hauptsache Spielen, Nebensache Schule», umschrieb Patrick Fischer (44) seine Zuger Jugendjahre. Ein wichtiger Antrieb liege im Willen zum Messen der Leistung im Wettkampf, sagte Marie-Theres Nadig (65). Sie müsse etwas machen, was ihr Spass bereite, so die 21-jährige Géraldine Ruckstuhl, «und da kann ich mir momentan nichts anderes vorstellen als meinen Sport.»

Ehrgeizige Ziele zu verfolgen, gehe nicht ohne seriösen Aufbau. «Wir hatten eine Grundkondition, die junge Leute heute nicht mehr haben», wies Marie-Theres Nadig auf die anderen Lebensumstände hin. Dies sei im Skisport problematisch, weil das Material viel aggressiver sei und Muskeln und Bänder stärker fordere. Die zuletzt als Regionalverbandstrainerin Tätige beklagte, dass viele Kinder keine Ruhe mehr hätten und sich nicht auf eine einzige Freizeitaktivität fokussieren könnten. «Viele junge Sportler haben ein Burnout, weil sie nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht.»

Rückschläge können Ansporn sein

Géraldine Ruckstuhl, die ihren Konkurrentinnen mit ihrer Ruhe imponiert, ist sich sicher, dass ihr Talent nicht «verheizt» wird. «Meine stetige Leistungssteigerung zeigt, dass ich den richtigen Aufbau gemacht habe.» Manchmal fehle im Sport die Zeit, um nachhaltig an einem Ziel zu arbeiten, teilte Patrick Fischer die Bedenken. Das Eishockey-Nationalteam, das er auf das Langfristziel, mit offensiv kreativen Spieler zu arbeiten, ausrichte, zeige aber, dass es auch anders gehe.

Zentral für das Weiterkommen und Wachsen empfanden die Podiumsgäste den Umgang mit Rückschlägen. «Die meisten Menschen lernen nur aus Niederlagen», ist Patrick Fischer überzeugt. Gerade auch Kritik, wie er sie nach dem Out an den Olympischen Spielen in Pyeongchang erlebt habe, führe dazu, dass man sein Profil schärfe. Marie-Theres Nadig, die zwischen dem Olympia-Doppelsieg mit weniger als 18 und dem Gewinn des Gesamtweltcups auch Baissen erlebte, besann sich auch durch Regeneration in der Natur immer wieder auf ihre Stärken. «Misserfolge führen dazu, dass man viel tiefer in sich hineingeht.»

Géraldine Ruckstuhl sieht ihren künftigen Erfolg auch im Anzapfen neuer Quellen. Um weiterzukommen, suchte sie sich einen neuen internationalen Input und fand ihn in Speertrainer Terry McHugh. Dazu setzt sie einmal wöchentlich auf ein Mentaltraining. «Im Wettkampf zählt vor allem der Kopf.» Patrick Fischer behält den Fokus durch Rituale und eine positive, lockere Stimmung im Team. «Gold zu erreichen, bleibt aber relativ», weiss der Nationalcoach trotz des selbst auferlegten Erwartungsdrucks. Über den Erfolg können bekanntlich Sekundenbruchteile entscheiden.

Lorbeeren kann nur ernten, wem das Wettkampfglück hold war. Sportforum-Organisator Bruno Huber gratulierte am Anlass dem jüngsten Mitglied des Panathlonclubs Solothurn zum Titel: Nathalie Schneitter durfte als erste E-MTB-Weltmeisterin den Applaus des Publikums entgegennehmen.

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