Nun beugt er sich der «Lex Grill»: Auf Ende Juni «hören wir mit dem Aussengrill auf. Ab dann gibts Bratwürste nur noch, die drinnen zubereitet worden sind», erklärt Chris van den Broeke, Pächter des «Bistraito» am Märetplatz. «Denn», so der Wirt, «jetzt greift das Reglement». Damit endet vorerst eine leidige Geschichte, die mit der Pachtübernahme durch den «Wirthen»-Betreiber Anfang Jahr so richtig in Fahrt gekommen war.

Das Ende eines Privilegs

Der Hintergrund: Das städtische Reglement über die Nutzung des öffentlichen Raums für Märkte und marktähnliche Nutzungen verbietet seit 2004 das ständige, gewerbliche Grillieren an Aussenständen. Dies hatte den Eigentümer und vorherigen Betreiber des «Bistraito», Lionel Privé, insofern nicht betroffen, als Betriebe, die schon vor 2004 grilliert hatten, das weiter tun durften – solange kein Betreiberwechsel erfolgte. Davon profitiert derzeit nur noch die Metzgerei Wälchli.

Doch am Märetplatz erlosch dieses Privileg mit der Übernahme des Restaurants durch van den Broeke. Da jedoch eine Einsprache auf sein Umnutzungsgesuch eingegangen war, hatte sich der neue «Bistraito»-Wirt bisher auf die alte Regelung berufen können, da das neue Nutzungsgesuch noch nicht bewilligt worden war. Und deshalb weiter grilliert.

Ab 2017 darf das Bistraito keine Würste mehr draussen braten

Ab 2017 darf das Bistraito keine Würste mehr draussen braten

Unser Autor Wolfgang Wagmann hat sich ein letztes Mal eine Bratwurst im Bistraito gekauft, die draussen gebraten wurde. Unter neuer Führung wird dies nicht mehr möglich sein. 

Noch nicht ganz vom Tisch

Chris van den Broeke hatte auch die «Lex Grill» nicht einfach so akzeptiert, sondern mit einer «petitio» dieser Zeitung Unterschriften gesammelt. In nur zwei Wochen fand er über 600 Unterstützer für sein Anliegen, in Solothurn Möglichkeiten für Aussengrills zu schaffen. Aufgrund der «petitio» kam es immerhin in der Gemeinderatskommission GRK zu einer Behandlung des Themas.

Allerdings stiess eine Liberalisierung mit 6 Stimmen gegen eine Enthaltung auf breite Ablehnung. Zuvor war bei der Beantwortung der «petitio» argumentiert worden, man wolle unerwünschte Emissionen einer allfälligen «Fressmeile» vermeiden, die in Solothurn mit einer Lockerung des Verbots entstehen könnte.

Noch ist auf der politischen Bühne aber das allerletzte Wort nicht gesprochen: Stadtpräsidiumskandidatin Franziska Roth hat für die SP eine Motion eingereicht, welche eine Lockerung der «Lex Grill» fordert – beispielsweise mit der Vergabe einer Art «License to grill» für interessierte Betriebe auf Stadtgebiet. So rasch kommt also die Wurst nicht definitiv vom Grill.