Solothurn
Nur das Fischen bleibt im Naturreservat noch erlaubt

Das Ja zum Naturreservat Biedermannsgrube und die Analyse des kritischen Holzmarkts prägten die erste Bürgerratssitzung 2015 der Stadt Solothurn.

Mark A. Herzig
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Die Umgebung der Biedermannsgrube wird Naturreservat.

Die Umgebung der Biedermannsgrube wird Naturreservat.

Wolfgang Wagmann

Wer von St. Niklaus Richtung Wallierhof oder Riedholz unterwegs ist, befindet sich nach dem Eintreten in den Wald im bestehenden Naturreservat Biedermannsgrube. Nördlich der Strasse liegt die Grube, die dem Gebiet den Namen gibt. Es unterliegt seit 1971 den entsprechenden kantonalen Bestimmungen, welche dem Bundesinventar über Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (IANB) angepasst werden sollen.

Der Geltungsbereich wird sich neu auch auf die Perimeter «Rehhubel» am nordöstlichen Ortsrand von St. Niklaus und «Weierrain» südlich der Strasse erstrecken. Die Lehrfahrpiste bei der Biedermannsgrube jedoch wird aus dem IANB-Objekt ausgeschlossen.

Was alles verboten wird

Der Bürgerrat hatte sich mit dem neuen kantonalen Nutzungsplan zu befassen, da sich ein grosser Teil des Reservatsgebietes im Besitz der Bürgergemeinde Solothurn befindet. Die Forstkommission, in deren Bereich die Fragen der Neuregelung fielen, umschrieb in ihrem Antrag Zweck und Ziel: Die vielseitigen Nutzungen sollen in Einklang gebracht, der sachgerechte Unterhalt gesichert und die Einschränkungen zeitgemäss signalisiert werden.

Letztere betreffen zum Schutz der Vielfalt an Amphibien, Ringelnattern und weiterer schützenwerter Tiere so wie Pflanzen insbesondere das Befahren mit Mountainbikes und Fahrzeugen aller Art, das Reiten, das Campieren und das Verbot von Sportanlässen, des Steinewerfens usw. Die Fischerei im Weiher bleibt erlaubt. Entsprechend der Bedeutung der Lebensräume wird die finanzielle Beteiligung des Kantons am Unterhalt geregelt. Der Rat verabschiedete den Nutzungsplan zuhanden der Gemeinde Feldbrunnen-St. Niklaus einstimmig.

Äusserst schwieriger Holzmarkt

Forstbetriebsleiter Giani Lombris informierte den Rat, dass die Aufwertung des Schweizer Frankens nach der Aufhebung des Mindestkurssatzes auch auf die hiesige Forstwirtschaft durchgeschlagen hat: «Die Erlöse sind stark unter Druck geraten, das Holz aber wächst hier und die Arbeit muss hier geleistet und in Franken bezahlt werden.» Die Holzerei vorerst einstellen geht nicht, denn es gelte, einheimische Kunden zu behalten. «Zudem liegt vom letzten Sturm in den Wäldern noch Fallholz, das hinaus muss, bevor der Käfer kommt.»

Sparen, wo es nur geht

Zwar bestehe nach wie vor ein Markt für «Premiumholz». Dieses vermehrt zu schlagen, würde jedoch Raubbau bedeuten. Forstkommissionspräsident Matthias Wälti erinnerte auch daran, dass die Preise für das Holz seit dem Sturm Lothar praktisch ständig unter Druck seien und dass das Personal im Forstbetrieb in den letzten Jahren auf das betriebswirtschaftlich gerade noch verkraftbare Minimum beschränkt worden sei.

Im Weiteren bewilligte der Bürgerrat einen Nachtragskredit für die Entschädigung des «Wahlausschusses Forstbetriebsleiter». Dieser wurde notwendig, weil der Aufwand wegen der unerwartet umfangreichen Arbeiten – erwähnt sei nur die zweimalige Ausschreibung der Stelle – die festgelegten Finanzkompetenzen überstiegen hatte.