Lüsslingen-Nennigkofen

Nun ergreift der Gemeinderat Massnahmen gegen den Eymatt-Biber

Die Staudämme des Bibers lassen das Land um den Damm zunehmend verwässern, betroffen davon ist auch ein naheliegender Acker. Der Gemeinderat von Lüsslingen-Nennigkofen will nun Massnahmen ergreifen, um den Wasserspiegel zu senken.

Läuse plagen die Schulkinder. Die Kontrolle nach den Schulferien zeigte eine Verminderung des Befalls von 40 Prozent bei der letzten Untersuchung im November auf 20 Prozent bei der aktuellen.

Immer noch zu viel. «Einige Eltern haben ihren Unmut geäussert, weil sie befürchten, dass nicht alle Eltern mit der gleichen Konsequenz die Läuse bekämpfen», berichtet Gemeinderat Rolf Iseli, Ressort Bildung.

Deshalb habe er Abklärungen angestellt, ob ein Schulausschluss bei nachweislicher Vernachlässigung der Pflege möglich sei. «Bis zu drei Tagen liegen laut Kanton drin. Wir wollen dieses Mittel anwenden können.» Deshalb frage er den Gemeinderat, ob dieser mit der Massnahme «Schulausschluss wegen Krankheit» einverstanden sei.

«Ist man nach drei Tagen läusefrei?», fragte Vizegemeindepräsident Thomas Müller. Dies musste Iseli verneinen. Welchen Sinn dann die drei Tage Schulausschluss hätten, wollte Müller weiter wissen.

«In dieser Zeit müssten die Eltern für ihr Kind schauen», so Iseli. Unausgesprochen hoffte man im Gemeinderat, dass dies eine abschreckende Wirkung hat. Der Gemeinderat unterstützte Iselis Antrag einstimmig, wenn weitere Abklärungen bei der Schulleitung und dem Schularzt ebenfalls für die Massnahme Schulausschluss sprechen.

Sisyphusarbeit des Bibers

Das andere, ein wenig grössere Tier, das die Gemeinde beschäftigt, ist der Biber in der Eymatt. Im offenen Bachlauf arbeitet das geschützte Tier emsig und hat den Wasserspiegel erhöht.

Die davor liegende Drainage im Acker wirkt nicht mehr. Das Land verwässert zusehends. Nun hat die Gemeinde die Bewilligung vom Kanton erhalten, bei einem der Dämme jeweils die Krone zu entfernen, sodass der Wasserspiegel sich senkt.

Ebenfalls plant man beim zweiten Damm ein Rohr einzubauen, was eine weitere Senkung des Wasserspiegels mit sich bringen würde. Ob aber diese Massnahmen ausreichen, sei ungewiss.

Möglicherweise müsse man Woche für Woche die Arbeit des Bibers wieder nichtig machen. Die Massnahme sei auf ein Jahr befristet. Immerhin ist für den Schaden mit der Verwässerung nicht die Gemeinde haftbar. «Der Bund plant die Schaffung eines Fonds, mit dem eventuell solche Schäden bezahlt werden», schaut der Gemeindepräsident Herbert Schluep vorwärts.

Fortschritte beim Alterssitz

Noch steht der Entscheid des Regierungsrats aus, aber die Hoffnungen sind gross, dass die Einzonung an der Dorfstrasse 20 und 21 genehmigt wird. Dort plant die Gemeinde den Kauf der Liegenschaft GB Nr. 167.

Das Grundstück mit dem alten Bauernhaus und Umschwung umfasst 33 Aren und grenzt direkt an das Schulhaus und damit gemeindeeigenes Land. Es eigne sich deshalb bestens für die Realisierung eines Alterssitzes. An der letzten Gemeindeversammlung wurden 100 000 Franken für die Projektierung gesprochen.

Mit der Besitzerin ist man sich einig. Die grosse Wiese hinter dem Gebäude Dorfstrasse 21 wird abparzelliert und bleibt Landwirtschaftsland. Sie wird nicht gekauft. Das für den Alterssitz vorgesehene Areal soll von der Landwirtschaftszone in die Kernzone umgezont werden.

Ebenso das Grundstück Nr. 169, unter dem der Bach durchfliesst und das der Gemeinde gehört. Dieses soll ebenfalls vom künftigen Alterssitz genutzt werden können. Nun soll eine Arbeitsgruppe die Trägerschaft für den Alterssitz evaluieren.

In diesem Zusammenhang auf dem Weg ist auch die Bildung eines Wärmeverbundes, ausgehend von der Mehrzweckhalle. In einer Umfrage haben von über 80 angeschriebenen Parteien deren 55 eine Antwort gegeben.

«Diese äussern sich meistens positiv», erklärt der Gemeindepräsident. Auf einem Plan ist ersichtlich, dass etliche Netz-Varianten möglich sind. Aber die grosse Frage sei nach wie vor die Wirtschaftlichkeit. Die Varianten werden nun neu gerechnet und dem Gemeinderat vorgelegt.

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