Solothurn

Neu eröffnet – und dann kam Corona: Der Weinladen «Wysion» muss schliessen

Der Weinladen «Wysion» in der Gerberngasse 11 wird nicht wieder öffnen.

Der Weinladen «Wysion» in der Gerberngasse 11 wird nicht wieder öffnen.

Das Weingeschäft «Wysion» in Solothurn muss nach einem Jahr bereits schon wieder schliessen. Schuld ist Corona.

Noch nicht einmal ganz ein Jahr ist es her, dass der Weinladen «Wysion» im schmalen Haus an der Gerberngasse 11 seine Türen öffnete. Damals zeichnete sich noch nicht ab, dass der Weinladen mit kleinem Offenausschrank nur für kurze Zeit zur Stadt Solothurn gehören würde – doch dann kam Corona. Mit ihm der Lockdown und jetzt steht fest, der Laden wird gar nicht mehr aufgehen.

Fortführung des Konzepts finanziell nicht tragbar

Schweren Herzens habe man sich zur Schliessung des Ladens entschlossen, schreibt Geschäftsführer Sascha Haenschke, der in Riedholz auch die Weinhandlung Travino betreibt, im Newsletter an seine Kunden. «Unter den coronabedingten Umständen ist eine Fortführung des Konzepts finanziell nicht tragbar.» Und: «Danke allen, die ein Jahr lang diesen Weg mit der Wysion gegangen sind.»

Noch vor wenigen Monaten schaute Haenschke zuversichtlich in die Zukunft seines zweiten Weingeschäfts. Nach der Eröffnung seien die Umsätze zuerst zwar unter den Erwartungen geblieben, führt er gegenüber dieser Zeitung aus. Doch: «Im Januar und Februar zeichnete sich die Trendwende ab.» Mit dem Lockdown brach der Umsatz komplett ein, und als die Läden wiedereröffnen durften, kam dies für Wysion nicht in Frage. Der kleine Laden, der in normalen Zeiten Gemütlichkeit ausstrahlt, verunmöglicht es zu Coronazeiten die nötigen Abstände einzuhalten. «So geht zwar Geld raus, etwa für die Miete, aber es kommt keines rein», berichtet Haenschke. Auf Dauer könne dies nicht funktionieren, obwohl der Vermieter entgegengekommen sei.

, sagt Haenschke. Doch im Vordergrund sei gestanden, das Travino nicht mit in den Abgrund zu reissen. Die Weinhandlung in Riedholz hat geöffnet «und läuft den Umständen entsprechend gut», sagt der Geschäftsführer. «Auch dank der treuen Stammkunden.» Dass er diese irgendwann wieder in einem Geschäft in Solothurn begrüssen kann, daran denkt Sascha Haenschke momentan gar nicht erst. «Ich gebe mich derzeit nicht der Illusion hin, in Solothurn wieder einen Laden zu eröffnen.»

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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