Solothurn

Nach 24 Jahren tritt Stadtpräsident Kurt Fluri nochmals an: «Es war der Wunsch meiner Partei»

Kurt Fluri bleibt aktiv durch Bewegung: Er tritt als Stadtpräsident erneut an

Kurt Fluri bleibt aktiv durch Bewegung: Er tritt als Stadtpräsident erneut an

Lange hat sich Kurt Fluri mit seinen Zukunftsplänen hinter dem Berg gehalten. Jetzt ist klar: Der bald 61-jährige Stadtpräsident von Solothurn kandidiert für eine weitere Legislatur als Oberhaupt der Barockstadt.

«Mir ist bewusst, dass meine bisherige Amtsdauer von 24 Jahren als Stadtpräsident von Solothurn im heutigen politischen Umfeld sehr lange ist und ich deshalb eigentlich hätte aufhören sollen.» Und genau dies habe er auch beabsichtigt, betont Kurt Fluri, seit 1993 im Amt und damals erstmals gewählt.

Auch die SP und die Grünen waren vor 23 Jahren für das Stadtpräsidium angetreten, doch hatte Fluri den Einzug an die Baselstrasse 7 mit klarem Vorsprung geschafft. «Es war der Wunsch meiner Partei, dass ich nochmals antreten würde», spricht er den einstimmigen Entscheid des FDP-Parteivorstands an, ihn nochmals zu portieren. Und damit drehte er seinen persönlich gefällten Entscheid zum Aufhören. Denn, so Fluri, «rein rational» sei genau das seine Überlegung gewesen. Nicht aufgehört hätte er jedoch, wenn die Fusion zuletzt mit Zuchwil oder anderen Gemeinden zustande gekommen wäre, «dann wäre ein Weitermachen für mich klar gewesen».

«Kein Opfer für mich»

Als Getriebener seiner Partei sieht sich der Stadtpräsident aber keineswegs. «Für mich ist eine weitere Kandidatur kein Opfer», meint er denn auch im Hinblick auf jetzt noch maximal gut fünf Jahre im Amt. «Ich mache gerne weiter, wenn ich solche Unterstützung erfahre. Und ich bin weiterhin voll motiviert wie am ersten Tag.»

Ob allerdings ein Ausstieg noch während der nächsten Amtsperiode (2017 bis 2021) angesichts seines Alters von dannzumal über 66 Jahren eine Option ist, lässt Kurt Fluri offen: «Ich bin schon immer Verfechter eines höheren Pensionsalters gewesen.» Und auch ein nochmaliges Antreten für den Nationalrat 2019, dem er bis dann während vier Amtsperioden angehört hat, lässt er offen: «Dazu werde ich meine Partei rechtzeitig informieren.»

Amtszeit kann Angriffspunkt sein

Die FDP-Stadtpartei hat vor allem Druck auf Fluri ausgeübt, um intakte Chancen zu haben, dass das Amt des Stadtpräsidenten in freisinniger Hand bleibt. Vor vier Jahren stellte sich Fluri lediglich der junge Gag-Kandidat Jeffrey Murphy entgegen, der mit 854 Stimmen gegen 2950 Fluri-Stimmen ein achtbares Resultat erzielt hatte. Ob diesmal eine andere Partei offiziell Fluri mit einer Sprengkandidatur angreift, schliesst er nicht völlig aus: «Meine lange Amtszeit könnte ein Angriffspunkt sein.» Sollte er aber im Amt bleiben, gewinnt die FDP Zeit, um die Nachfolge vorzubereiten, die spätestens 2021 unausweichlich wird. Ob diese Zeit speziell für den Aufbau der Fluri-Nachfolge genutzt werden könne, mag der Stadtpräsident so nicht beurteilen: «Ich habe jedenfalls nie jemanden verhindert. Es gibt fähige Leute. Und die Partei muss mit jenen arbeiten, die da sind.»

Es gibt viel zu tun

Die grössten Herausforderungen für eine weitere Amtszeit sieht Kurt Fluri in der Umsetzung des Masterplans Weitblick, der Altlasten-Entsorgung im Gebiet des ehemaligen Stadtmists oder auch in der finanziellen Abgeltung der Stadtpolizei-Leistungen durch den Kanton. Daneben sieht er ganz allgemein eine weitere Hauptaufgabe in der «weiteren Verstärkung der guten Finanzlage als Fundament für die langfristige, positive Gestaltung unserer Stadt und deren Attraktivität».

Handlungsbedarf ortet Kurt Fluri aber auch bei der Aufwertung bestimmter Quartiere. Namentlich nennt er den Postplatz und die Wengistrasse, dann aber auch die Vorstadt im Bereich Dornacherplatz. Ebenfalls in sein Aufgaben-Portefeuille fällt gerade in diesem Zusammenhang auch die in Arbeit befindliche Ortsplanungsrevision. «Und dann müssen wir wieder einmal unsere Gemeindeordnung ansehen.» Das war letztmals 1996 gewesen. Nach wie vor sei er zwar «kein Verfechter der ausserordentlichen Gemeindeordnung.» Aber im Zuge der Fusionsdebatte um «Top 5» habe er «einen gewissen Druck» für Veränderungen gespürt.

FDP anerkennt Fluris Einsatz

In einer Medienmitteilung begründet die FDP Stadt Solothurn ihre Unterstützung für den Stadtpräsidenten: Kurt Fluri habe einen wichtigen Beitrag zur guten finanziellen Situation der Stadt geleistet: «Sein Arbeitseinsatz und seine Dossierkenntnisse, seine kantige, aber geradlinige Politik sind anerkannt.»

Deshalb sei er vom Parteivorstand angefragt worden, ob er eine weitere vier Jahre dauernde Amtsperiode als Stadtpräsident wirken wolle. Entsprechend werde er von der Parteiversammlung als Kandidat für die kommende Gemeinderats- und Stadtpräsidiumswahl 2017 vorgeschlagen, so Stadtparteipräsident Urs Unterlerchner.

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