Nachgefragt

Manor-CEO über Wiedereröffnung: «Diese Kombination ist einzigartig in Solothurn»

Manor-CEO Jérôme Gilg: «Wir arbeiten intensiv daran, uns zum führenden Omnichannel Warenhaus zu wandeln.»

Manor-CEO Jérôme Gilg: «Wir arbeiten intensiv daran, uns zum führenden Omnichannel Warenhaus zu wandeln.»

Jérôme Gilg, CEO der Manor AG, spricht im Interview über den Umbau in Solothurn und die Aufhebung des Food Standorts.

Das klassische Warenhaus leidet unter der Marktsituation. Zur Online-Konkurrenz kommt der Einkaufstourismus. Was hat Manor bewogen, vor diesem Hintergrund 14 Mio. Franken in den Standort Solothurn zu investieren?

Jérôme Gilg: Wir können weder die Wechselkurse noch die Konkurrenzsituation direkt beeinflussen. Doch haben wir einen klaren Plan, wie wir Manor strategisch ausrichten möchten. Wir arbeiten intensiv daran, uns zum führenden Omnichannel Warenhaus zu wandeln. Ich bin überzeugt, dass wir einen grossen Vorteil gegenüber reinen E-Commerce Unternehmen haben, wenn wir die Verschmelzung aller Einkaufskanäle noch weiter vorantreiben und das Einkaufserlebnis im Warenhaus verbessern. Deshalb modernisieren wir unserer bestehenden Häuser wie hier in Solothurn. Wir wollen unsere fast hundertjährige Tradition an dieser einzigartigen Lage im Zentrum der Barockstadt weiterschreiben.

Manor muss nicht nur Kunden halten, sondern auch neue gewinnen. Wie soll das in Solothurn möglich werden?

Wir bieten den Kunden in Solothurn erstens neu mehr Auswahl und exklusive Marken wie zum Beispiel Clarins, MAC, Swarowski, Villeroy & Boch und den Kindern eine grosse Lego Welt. Zweitens erwartet unsere Kunden mehr personalisierter Service auf 400 zusätzlichen Quadratemetern in einem modernen Ambiente. Drittens können sich die Kunden die Ware auf Wunsch auch gratis heimliefern lassen. Diese Kombination ist einzigartig in Solothurn. In Zukunft wollen wir neben den 1,5 Millionen Besuchern auch vermehrt Online-affine Kunden ansprechen mit einer Click & Collect Zone.

Konkurrenz aus dem Food Bereich, vor allem auch deutsche Discounter drängen in die Innenstädte. Der Branchenmix verändert sich auch in Solothurn zunehmend rasant. Wie beurteilen Sie bei Manor diese Entwicklung?

Das quasi Duopol von Migros und Coop bröckelt, wenn auch auf hohem Niveau. Wir probieren in unseren Supermärkten mit dem Fokus auf Frischprodukte, Regionalität und biologischer Produktion zu trumpfen. Im Non Food Bereich spielen wir unsere Stärken gegenüber den Hard Discountern im Bereich Kosmetik, Mode und Haushaltsbereich aus. Speziell diese Kategorien haben wir in Solothurn ausgebaut.

Manor hat 2017 seinen Food Standort in Solothurn aufgegeben. Im Altstadt-Warenhaus war die Ansiedlung logistisch nicht machbar. Bedauern Sie den Entscheid?

Unser ursprünglicher Plan war es, den Lebensmittelbereich in Untergeschoss im Warenhaus zu integrieren. Leider konnten wir nicht alle Anwohnern überzeugen, dass ein Manor Supermarkt die Altstadt aufwertet und die Innenstadt belebt. Täglich fragen uns Kundinnen und Kunden im Warenhaus, wo es denn zur Lebensmittel-Abteilung geht. Bei vielen Solothurnern ist daher unser Supermarkt im nahegelegenen Biel sehr beliebt.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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