Solothurn

Märetfescht: Friedlich und schön wars, aber auch sehr heiss

Die Hitze war das allgegenwärtige Thema Nummer eins am Solothurner Märetfescht. Abends brummte zwar das Geschäft, doch tagsüber wurde der «Backofen Altstadt» sichtlich gemieden..

Samstagabend 21 Uhr: Die letzten Gummiboot-Besatzungen sind glücklich gestrandet, an den Landestellen wird noch herumgeplanscht. Doch nun kommt Leben in die Stadt: Scharenweise zieht das Partyvolk über die Kreuzackerbrücke Richtung Klosterplatz und Kronenstutz. Sie alle steuern direkt in die Sauna. Denn droben in der Hauptgasse ist es gefühlte 10 Grad heisser als unten am Landhausquai, wo die Bise die Märetfescht-Flaggen auf den Brücken flattern lässt.

«Der Tenor bei den Standbetreibern war eindeutig: Am Freitag sind die Leute sehr spät gekommen, am Samstag etwas früher und in grösserem Umfang», betätigt Thomas Schnetz, OK-Chef des Märetfeschts. Aber auch, dass jene Stände, die eher am Tag ihre Umsätze machen - so vor allem die Trödler – wegen der Hitze kaum auf Touren kamen. «Heuer litten wir unter der Hitze, letztes Jahr war es vor allem am Freitag sehr kühl geworden. Aber diesmal brauchte wirklich niemand einen Pullover», lacht Schnetz.

Die Leute wollten nicht heim

Des einen Freud, des anderen Leid. Dies musste auch Kinderstar Simu Fankhauser mit seinem Waldkobold Pumpelpitz auf der Märetplatz-Bühne erfahren: Das Festzelt davor war beileibe nicht gefüllt mit Familien und seinem Hauptharst an kleinen Fans. Aber Profi ist Profi, und so forderte denn auch das hitzeresistente Publikum lautstark: Zuugabe, Zuugabe!» Etwas vermisst wurden auf dem Klosterplatz die sonst dort aufspielenden Schüler-Bands. «Wir haben diesmal das Konzept halt ein bisschen geändert und auf Übertragungen der Frauenfussball-WM gesetzt», so Thomas Schnetz. Aber man werde das Thema in der noch bevorstehenden Auswertungssitzung wieder aufnehmen.

Ebenfalls zum vor allem am Freitag schwächeren Aufmarsch dürfte die Konkurrenz von anderen Grossanlässen beigetragen haben, erwähnt Schnetz insbesondere die Bieler Braderie sowie das Open-Air St. Gallen. Immerhin für eines sorgte Einheizer Petrus reichlich: Durst, Durst und nochmals Durst. Angefacht durch so mancherlei exotische, gut gewürzte Leckereien, die gehäuft für eine höchst interessante Duftglocke über der Altstadt sorgten. So wähnte man sich insbesondere am Kronenstutz angesichts der dampfenden pakistanischen Garküchen-Palette im tiefsten Orient. Richtig gefordert waren aber jetzt nachts alle Barbetreiber. So hatten die Handballer des TV Solothurn für ihren «Öufi»-Ausschank beim Märetplatz-Brunnen sogar den Vereinspräsidenten Stefan Blaser himself als Verstärkung im Fronteinsatz.

Besonders am frühen Sonntagmorgen wollte sich das Partvolk dann einfach nicht auf den Heimweg begeben, «obwohl wir den Festbetrieb um 2 Uhr eingestellt haben, wie auch in Absprache mit uns die Wirte am Landhausquai vorne», erklärt der OK-Chef des Märetfeschts.

Wenig passiert

Das Team der Landes- und Freikirchen sorgte nicht nur für einen stimmungsvollen Festabschluss mit dem sonntäglichen Gospelgottesdienst am Märetplatz, sondern entsorgte auch jede Menge Abfall. «Ein sauberes Fest» trug auch wesentlich zum Geamteindruck von Thomas Schnetz bei: «Es war ein schönes, friedliches, aber heisses Märetfescht.» Die Sanität hatte bis auf ein paar Schnittwunden nur mit Bagatell-Fällen zu tun, und auch Stapo-Kommandant Peter Fedeli, der fast sein ganzes Korps am Wochenende im Einsatz hatte, stellte Solothurn ein gutes Zeugnis aus: «Es kam nur zu einigen kleineren Streitigkeiten und wenigen Anrufen wegen Nachtruhestörungen, speziell im Bereich Aaremätteli entlang des Römerwegs. Aber angesichts der vielen Leute insgesamt war es ein ruhiges Fest.»

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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