Solothurn

Linke sind in den Startlöchern für die Stadtpräsidiums-Wahl – noch fehlt gemeinsame Strategie

Laura Gantenbein, Christof Schauwecker und Stefanie Ingold Rechsteiner kandidieren für das Präsidium.

Laura Gantenbein, Christof Schauwecker und Stefanie Ingold Rechsteiner kandidieren für das Präsidium.

SP und Grüne haben Kandidatinnen fürs Solothurner Stadtpräsidium. Allerdings haben sie noch keine gemeinsame Strategie. Beide Parteien sehen Chancen, dass einer aus ihren Reihen das Rennen macht.

Am späten Mittwochabend präsentiert die SP Findungskommission die Kandidatin für das Stadtpräsidium: Die 53-jährige Schulleiterin Stefanie Ingold soll nächstes Jahr Präsidentin der Stadt Solothurn werden. Wenige Minuten nach dieser Bekanntgabe vermelden die Grünen: Der 34-jährige Christof Schauwecker und die 31-jährige Laura Gantenbein stehen ebenfalls zur Verfügung. «Wer schliesslich von der Partei ins Rennen geschickt wird, entscheidet eine kommende Mitgliederversammlung», steht in der knappen Medienmitteilung geschrieben. Klar ist, dass die Grünen das Stadtpräsidium «anvisieren», heisst es weiter.

Der Fraktionspräsident der Grünen im Gemeinderat, Heinz Flück, weiss, dass dies nur gemeinsam mit den Sozialdemokraten geschehen kann. Das es zwangsläufig die SP Kandidatin sein wird, sei aber nicht gegeben. Sie seien zwar stets im Gespräch mit der SP, doch zum jetzigen Zeitpunkt sei es angezeigt, eigene starke Kandidatinnen und Kandidaten aufzustellen. Es müsse jedoch erst abgewartet werden, wie viele Personen kandidieren und was die anderen Parteien nächste Jahr machen. «Wir wollen aber sicher nicht der SP das Wasser abgraben», erklärt er.

Die Kandidaten der Grünen Gemeinderatsfraktion stünden schon seit Frühling fest, einige weitere Personen seien noch unsicher, daher haben sie bis jetzt nichts kommuniziert. Als die SP die Kandidatin präsentierte, habe man es angezeigt gefunden, die eigenen Kandidaten bekannt zu geben, die schon feststehen.

«Wir haben eine gut Ausgangslage»

Ähnliches sagt SP-Fraktionspräsident Matthias Anderegg. «Um gegen den bürgerlichen Block gewinnen zu können, müssen wir zusammenarbeiten», erklärt er. Auch dann würde es noch eng werden. Sie seien zwar im ständigen Dialog mit den Grünen, insbesondere da ihre politische Haltung fast deckungsgleich sei. Die Gespräche über das Stadtpräsidium wurden noch nicht im Detail geführt, das wird zu einem späteren Zeitpunkt kommen. «Es ist strategisch nachvollziehbar, dass die Grünen ihre Kandidaten jetzt präsentieren», meint er.

Ob schliesslich mit der SP Kandidatin ins gemeinsame Rennen gestiegen wird, würde erst in einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Für Anderegg ist aber klar: «Stefanie Ingold ist eine Traumkandidatin. Sie hat Führungserfahrung, ist in der Stadt als langjährige Schulleiterin keine Unbekannte.» Diese Faktoren würden es wettmachen, dass sie noch keine politische Erfahrung hat. So will er keineswegs von einer Verlegenheitskandidatin sprechen. «Wir sind froh, dass wir Franziska Roth in Bern haben und sie dort für uns politisiert», so Anderegg.

Harzige Suche bei den Sozialdemokraten

Die anderen Kandidatinnen haben sich aus verschiedenen Gründen anfangs Sommer aus dem Rennen genommen. Es seien auch mit der Juristinnen Anna Rüefli und Lea Wormser Gespräche geführt worden. Die zwei Frauen seien beruflich aber zu stark eingebunden. Dass Ingold im Sommer Interesse signalisiert hat, sei für die SP ein Glücksfall gewesen. Die Schulleiterin habe alle Voraussetzungen für diesen Job. Die Kandidatin wird am 23. September an der GV voraussichtlich offiziell als Kandidatin nominiert. Dass sich bis dann weitere Interessenten melden, sei unwahrscheinlich aber möglich. «Es verlief schon harzig, eine geeignete Person zu finden. Die meisten fähigen Personen sind beruflich schon stark eingebunden und können das nicht einfach aufgeben.» Dies sei aber parteiübergreifend ein Thema. «Jetzt haben wir aber eine gute Ausgangslage», ist er überzeugt.

Das Rennen bei den Grünen ist noch im Gang

Auch die Grünen sind überzeugt, dass ihre Kandidaten fit für den Job sind. Dass beide noch jung sind, sei kein Handicap. «Kurt Fluri war schliesslich auch erst 38 Jahre alt, als er sein Amt antrat», meint Flück. Ob Gantenbein, Schauwecker oder jemand anders das Rennen für die Grünen bestreitet, wird erst im Oktober an der Mitgliederversammlung entschieden.

Meistgesehen

Artboard 1