Zu reden gab der Bericht des städtischen Aussschusses aber schon. Im Fokus der stichprobenartigen «Betriebsinspektion» stand diesmal das Stadtbauamt: Unter dem Stichwort der Ortsplanungsrevision ortete der GPA Probleme, die den «Verdacht einer Günstlingswirtschaft» nähren könnten. Zur Vorgeschichte: Die Firma Kontextplan AG war beauftragt, ein Testplanungsverfahren für das räumliche Leitbild zu erstellen. Infolgedessen sass auch der Geschäftsführer des Planungsbüros, Markus Reichenbach, in der Wettbewerbsjury. Nachfolgend erhielt selbige Firma direkte Aufträge im Rahmen der Ortsplanungsrevision: Weil nämlich bei der Planung das Naturinventar wie auch eine Studie zur Verkehrsentwicklung unterlassen worden waren. Der Auftrag wurde dann nachträglich von Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamtes, an Kontextplan AG vergeben – für einen Betrag von 75 000 Franken.

Korrekt verhalten

Der GPA hält in seinem Bericht fest, dass sich Lenggenhager im Rahmen der gesetzlichen Leitplanken korrekt verhalten habe, bedauert aber trotzdem, dass sie den Entscheid ohne Rücksprache mit Stadtpräsident Kurt Fluri getroffen hatte, was dieser wiederum nicht als notwendig erachtete. Darüber hinaus sieht der Ausschuss keine Unregelmässigkeiten und die laufenden Projekte «auf Kurs.» Auch würden die stadteigenen Liegenschaften unterhalten und bei Sanierungen an die heutigen Bedürfnisse angepasst, so der GPA weiter. Dessen Präsident, Christof Schauwecker (Grüne) lobte denn auch die «gute Zusammenarbeit» mit den Amtsstellen und dankte für die «Offenheit und Kooperation».

Der kritische Punkt

Ein Punkt allerdings wurde dann doch noch halbwegs thematisiert. Dass Markus Reichenbach als Jury-Mitglied mit der Kontextplan den Auftrag erhalten hatte und die Wettbewerbsgewinnerin, das Planteam S, eng mit Reichenbach Büros zusammenarbeitet, wurde vor allem von Urs Unterlerchner (FDP) hinterfragt. Er hatte dazu bereits im Vorjahr eine Interpellation gestartet. Er kritisierte, dass der GPA der Version des Stadtbauamtes Glauben schenkt, wonach Andrea Lenggenhager keine Kenntnis von der engen Beziehung der beiden Büros gehabt haben soll.

Die Replik von Stadtpräsident Kurt Fluri fiel scharf aus: Warum Unterlerchner ständig mit Fragen und Unterstellungen, statt mit Fakten operiere? Der GPA habe zum Sachverhalt schliesslich keinen weitergehenden Antrag gestellt. Zuvor hatte schon Marco Lupi (FDP) moniert, warum die befragten Amtsinhaber nicht im Rat präsent seien. Darauf Fluri: «Das ist nicht nötig, ich vertrete in diesem Geschäft die Stadt.»

Architekt Philippe JeanRichard hatte für die SP zuvor bedauert, dass im GPA-Bericht sogar Namen genannt und «Gerüchte» verbreitet worden seien, die sich nun als «falsch» erwiesen hätten. (ak/ww)