Projekt

Jugendliche basteln mit Flüchtlingskindern

Anna Derendinger und Eline Racine (ganz rechts) freuen sich über ihre Aktion.

Ostereier für Flüchtlingskinder auf dem Balmberg

Anna Derendinger und Eline Racine (ganz rechts) freuen sich über ihre Aktion.

Zwei Schülerinnen der Stadtschulen Solothurn haben in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Balmberg Spiel- und Bastelnachmittage organisiert. Zuletzt erhielten die Flüchtlingskinder Ostereier.

Eline Racine stapelt farbig verzierte Schachteln auf den Tisch. Anna Derendinger tut es ihr gleich und versucht sich nebenbei mit den Kindern zu verständigen, die sich um den Tisch versammelt haben. Ein paar Mütter und Väter beobachten die Szene, die sich im im Kurhaus Balmberg abspielt.

Eine kleine Unordnung herrscht, als Eline und Anna mit dem Verteilen beginnen. Jedes Kind ist auf der Suche nach seiner eigenen Schachtel. Manche werden gleich nach dem Empfang geöffnet: auf grünem Papiergras sind gefärbte Ostereier, Schokolade und Spielzeug. Eline Racine und Anna Derendinger gehören nicht zur Heimleitung. Sie sind auch keine Sozialarbeiterinnen, sondern Schülerinnen im letzten Schuljahr in den Stadtschulen Solothurn.

Helfen als Projekt

Die jungen Frauen organisieren als Abschlussprojekt Spiel- und Bastelnachmittage in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Balmberg. «Uns war wichtig, etwas Soziales machen zu können, erklärt Eline. «Und mit Kindern zu arbeiten», ergänzt Anna.

So schnell die Idee für das Projekt da war, so harzig war der Beginn. «Wir wussten ziemlich lange nicht ob wir Zutritt in die Flüchtlingsunterkunft haben und uns mit den Kindern beschäftigen dürfen«, erinnern sie sich zurück. Grünes Licht erteilte ihnen der Asylcenterleiter René Russenberger.

Grosse Hilfsbereitschaft

«Wir bekommen viele Anfragen von Leuten aus der Umgebung, die helfen und sich engagieren möchten«, erzählt Russenberger vor seinem Büro, das sich in der Asylunterkunft befindet. Bei so viel Hilfsbereitschaft müsse einiges koordiniert und organisiert werden.

Auch seien Eline und Anna nicht die Einzigen mit ihrem Engagement. In den letzten Wochen seien Anfragen von Schülerinnen mit ähnlichen Projekten eingetroffen. Die 20 Kinder in der Asylunterkunft freut es. «Sie sind glücklich über jede Abwechslung«, weiss der Leiter.

Spielen und Basteln

«Vor dem ersten Bastelnachmittag hatten wir sehr Respekt», gibt Anna zu. Sie habe schon Erfahrung mit bastelnden Kindern gehabt und eine Materialschlacht befürchtet. Eline machte die Sprachbarriere Sorgen. Als dann der Nachmittag stattfand, waren sie überrascht, wie reibungslos alles ablief.

«Die Kinder trugen Sorge zum Material und haben sehr gut mitgemacht«, freut sich Anna. «Ein Junge in unserem Alter konnte ein wenig Englisch und ein Vater etwas Deutsch«, so Eline. Zu den Bastelarbeiten gehörte das Verzieren und Bemalen der Schachteln, die Eline und Anna mitnahmen, um sie dann gefüllt zurückgeben zu können.

Sponsoren aus der Region

Der Sponsor für die Bastelmaterialien stand mit der Help, der Jugendgruppe des Samaritervereins Derendingen, schon lange fest. «Uns gefiel die Vorstellung, dass die Mädchen nicht für sich, sondern etwas für andere machen», begründet Manuela Derendinger, Vereinsmitglied und Annas Mutter das Sponsoring.

Als Schokoladen-Sponsor stellte sich der Solomarkt zur Verfügung. «Wir finden das eine gute Sache und es passt zu der besinnlichen Osterzeit« , erklärt Björn de Munk, Supermarktleiter des Solomarkts seine spontane Zusage.

«Mich hat beeindruckt, dass sich zwei Jugendliche mit Flüchtlingskindern befassen.» Verena Holzer, Mitinhaberin des Bohnenblust und Sponsorin der Spielsachen. Ob Eline Racine und Anna Derendinger weitere Nachmittage mit den Flüchtlingskindern organisieren werden, ist noch unklar. Wie immer es weitergeht, für beide steht fest: «Es war eine super tolle Erfahrung.»

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