Kommentar

Irritierende Investition: Gemeinderat jammert und saniert Ferienhaus für Millionen

Das Ferienhaus Saanenmöser wird saniert. (Archiv)

Das Ferienhaus Saanenmöser wird saniert. (Archiv)

Von himmelhochjauchzend schnurstracks zu Tode betrübt. Den Stimmungswandel, den der Gemeinderat während eines Jahres durchlief, kann man beinahe als manisch bezeichnen. Noch im November 2019 klopfte man sich gegenseitig auf die Schulter und sprach sich für eine Steuersenkung aus. Und kaum ist diese vollzogen, ist die Stimmung auf einmal gekippt.

Die Sprache ist jetzt vom schlechtesten Budget seit 26 Jahren, und gemäss einem Protokoll ist sogar Stadtpräsident Kurt Fluri erschrocken, als er die Zahlen sah.

Was dabei irritiert: Von allen Seiten wird jetzt gejammert, und beinahe im gleichen Atemzug befürwortet der Gemeinderat die Gesamtsanierung des Ferienheims Saanenmöser für beinahe 4 Millionen Franken. Und dies mit 26 Ja zu lediglich 4 Gegenstimmen. Obwohl das Haus alles andere als gut ausgelastet und alles andere als rentabel ist. Doch viele hängen am Haus, das man mit schönen Erinnerungen verbindet.

Nur: Wer aus emotionalen Gründen bereit ist, 4 Mio. Franken für ein Ferienheim auszugeben, das auch danach die Kasse belasten wird, um den steht es entweder noch nicht so schlecht, wie er tut, oder er setzt die falschen Prioritäten.

fabio.vonarburg@chmedia.ch

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Fabio Vonarburg

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