Der Leistflügel ist bereits eingerüstet, drinnen im Hotel Krone trifft sich eine Apéro-Gesellschaft zwischen aufgehängten Umbauplänen und einem Sinnbild: Ein Indianer raucht auf einem Solothurner Wappen vor dem Hotel Krone und flankiert von zwei Löwen die Friedenspfeife. Kreiert hat es eine Mitarbeiterin von Notar Othmar Schmid, Besitzer des südlichen Nachbarhauses der «Krone». Lange hatte er gestritten mit den Investoren vom Credit-Suisse-Immobilienfonds, der das gesamte Ensemble im Baurecht übernommen hat und für 20 Mio. Franken umbauen will.

Vergleich hat Tradition

Nun wird Versöhnung gefeiert, aus Zürich sind der bisherige CS-Projektleiter Martin Munz und sein Nachfolger Michel Gerber angereist. Othmar Schmid dankt den beiden für die Einigung im juristischen Kampf um Licht (Leistdach) und Verkehrslärm – die Investoren haben bekanntlich auf die acht geplanten Parkplätze im Krone-Hofgarten verzichtet. Schmid zieht historische Parallelen heran: Schon in der zweiten Strophe des Solothurner Lieds von 1912 werde der Verkehrslärm besungen – und kritisiert. Noch älter war ein Zwist um eine Dachaufstockung an der Kronengasse 15: Bereits 1701 stockte der Notar Joseph Keller sein dortiges Haus auf, was prompt zu Interventionen der Kronenwirtin und der benachbarten Jesuiten führte – mit dem neuen Giebel werde das Licht geschmälert und man sehe aus dem höheren Stockwerk den Patres auf den Esstisch im Refektorium. Verblüffend: Schon damals wollte sich der Rat der Stadt Solothurn nicht in den Streit einmischen und schlug einen Vergleich vor – «der jetzt auch in unserem Fall gelungen ist», so Schmid.

Trotzdem wird der «Krone»-Innenhof noch zum «Interims-Parkplatz»: Architekt Andreas Jenni bestätigte, dass dort während des Umbaus nun definitiv der Kran platziert werde.