Solothurn

«Schwingen ist das Schönste – und eine Lebensschule» – «Hoselupf» mitten im Messe-Trubel

Seit 20 Jahren ist das Schwingerzelt eine der Hauptattraktionen der HESO.

Hier herrscht gute Laune. Im Schwingerzelt treffen sich Alt und Jung, Schwinger und andere Leute, die paar gemütliche Stunden verbringen wollen. Mit viel Aufwand wird das Zelt jeweils mit Holz ausgekleidet, die Wände sind mit Schwingerbildern dekoriert.

Eine halbe Stunde braucht Manuel Nützi, Präsident des Organisationskomitees pro Foto, um es auf ein Holzbrett aufzuziehen. Doch solche Details sind es, die aus dem Schwingerzelt etwas Besonderes machen.

«Am Anfang wollten wir Schwinger den Leuten unseren Sport näherbringen und mit einer Bar etwas Geld in die Kassen der drei beteiligten Vereine, Solothurn und Umgebung, Mümliswil-Ramiswil und Thal-Gäu spülen», blickt Thomas Zindel 20 Jahre zurück.

«Es war eher eine harzige Sache, aber plötzlich ging die Post ab und das Schwingerzelt wurde zu einem wichtigen Teil der HESO», erzählt der 72-fache Kranzer für den Schwingklub Solothurn und Umgebung. Mittlerweile durften sogar schon mehrmals Bundesräte im Schwingerzelt begrüsst werden.

Die kleinen Schwinger in den Edelweiss-«Hemmli»

Mit der Zeit wurden die Anlässe immer vielfältiger: Party, Stubete, Jassen, Fondue-Plausch und natürlich das spielerische Schnupperschwingen für die ganz Kleinen. Hier wird mit der Armbrust geschossen, die Kinder können beim Ballwerfen einen Mohrenkopf gewinnen oder sich als Langläufer probieren, bevor sie zum ersten Mal in die Schwingerhosen steigen.

Die sechsjährigen Jungs und Mädchen in Edelweiss-Hemden, die bereits im Training sind, zeigen den absoluten Anfängern, wies geht und lassen sich auch auf den Rücken legen – ohne zu murren.

Dann wird wie echt geschwungen und es zeigt sich schnell, dass Technik wichtiger als Kraft ist. Und die kleinen Anfänger beissen auf die Zähne, wenn sie zum ersten Mal ins «Sagmehl» geworfen werden.

«Zwei Wochen Aufbau, eine Woche Abbau. Und zehn Tage in Serie HESO, das ist eine happige Geschichte», sagt Manuel Nützi, der seit sechs Jahren OK-Präsident ist. «Zeltchef Urs Hauri ist immer präsent.

Er weiss alles und könnte jeden Job übernehmen, vom Aufbau bis zur Wirtschaft. Alle anderen Schwinger der drei Vereine wechseln sich mit den Einsätzen ab.»

«Der gemütliche Teil ist genauso wichtig»

Nützi will nicht klagen: «Ich geniesse die Zeit. Jeder packt mit an und es sind Freundschaften entstanden. Unsere drei Schwingklubs kommen gut zusammen aus. Im Sagmehl sind wir Rivalen, neben dem Wettkampf sind wir Freunde. Das gibt es in dieser starken Ausprägung nur beim Schwingen. Der gemütliche Teil ist genauso wichtig, und das zeigt sich auch hier im Schwingerzelt.»

Nach Thomas Zindel und Christian Probst ist Thomas Nützi in 20 Jahren erste der dritte OK-Präsident. Warum nehmen die Schwinger den grossen Aufwand immer wieder auf sich?

«Ich habe den Job gerne übernommen, weil ich wusste, dass die Leute wissen, was sie zu tun haben. Ich muss nur koordinieren.»

«Schwingen ist das Schönste – und eine Lebensschule», ergänzt Thomas Zindel, der mittlerweile zur Organisation der HESO gewechselt hat, aber für seinen Schwingklub Solothurn immer noch im Schwingerzelt hinter der Bar mithilft.

Aber nach fünf Jahren Leiter der Wirtschaft und sechs Jahren als Präsident des Organisationskomitees denkt Manuel Nützi, Mitglied des Schwingklubs Thal-Gäu, manchmal an einen Rücktritt.

«Die Solothurner Zahl 11 habe ich erreicht, jetzt ist vielleicht die Zeit gekommen, dass nächstes Jahr ein anderer übernimmt.»

Meistgesehen

Artboard 1