Solothurn
Helikopter fliegt 21 durch «Burglind» beschädigte Bäume durch die Luft

Auf dem Grundstück an der Baselstrasse 6, direkt beim Baseltorkreisel, wurden 21 Bäume durch Sturm Burglind in Mitleidenschaft gezogen. Am Donnerstag wurden sie durch einen Spezialhelikopter abtransportiert.

Andreas Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Ein Helikopter der Firma Rotex holt die Bäume vom Grundstück an der Baselstrasse 6
16 Bilder
21 Bäume müssen gerodert werden
16 Fichten, drei Scheinzypressen, eine Birke und eine Föhre müssen verschwinden.
Die Bäume werden in mehreren Teilen abtransportiert
Baumrodungsaktion mit Helieinsatz

Ein Helikopter der Firma Rotex holt die Bäume vom Grundstück an der Baselstrasse 6

Hanspeter Bärtschi

Anfangs Januar hat «Burglind» auf ihrem stürmischen Zug durch die Schweiz einiges an Schäden hinterlassen. Auch Solothurn sieht heute etwas anders aus als noch vor dem Sturm. Etliche Bäume, vor allem Flachwurzler wie Fichten, wurden von den Windböen aus dem Boden gerissen.

«Burglind» wütet durch die Stadt Solothurn Der entwurzelte Baum beim Konzertsaal.
14 Bilder
Die Feuerwehr an der Nordringstrasse.
Wo ist das Auto wo – auf einem Parkplatz an der Nordringstrasse ist ein Auto unter einem Baum begraben.
Unter dieser Tanne ist nicht mehr viel vom pakierten Auto zu sehen.
Unter diesem umgestürzten Baum neben dem Konzertsaal ist ein parkiertes Auto.
Dieses Auto an der St. Niklausstrasse hat Glück gehabt.
Vor dem Hotel Couronne fliegt das Mobiliar durch die Luft.
Im Moment will hier wohl sowieso niemand draussen sitzen.
Wegen herabstürzender Ziegel ist der Obere Winkel gesperrt.
Feuerwehreinsatz an der Frank-Buchser-Strasse.
... auch hier wegen umgestürzter Bäume.
Gefällte Birke an der St. Niklausstrasse.
In der Fegetzallee geht nichts mehr.
Ein herabgestürzter Ast blockiert den Durchgang.

«Burglind» wütet durch die Stadt Solothurn Der entwurzelte Baum beim Konzertsaal.

Wolfgang Wagmann

Besonders auf dem Anwesen «Gätterli» der Familie Stampfli an der Baselstrasse 6, gleich vis-à-vis des Stadtpräsidiums, hat «Burglind» gewütet und dabei gleich 21 Bäume der ausladenden Parkanlage in Mitleidenschaft gezogen. Neben drei Scheinzypressen, einer Föhre und einer Birke fielen dem Sturm eben vor allem Fichten zum Opfer.

Am Donnerstag kam nun in einer spektaktulären Aktion ein Forsthelikopter zum Einsatz, um das Sturmholz aus dem Park in ein östliches Nachbarsgrundstück zu hieven. Der Abtransport durch die Luft bringt einige Vorteile gegenüber dem «Landweg»: So lässt sich das Holz hindernisfrei aus dem Weg schaffen. Und: Der Parkboden wird nicht unnötig durch Forstmaschinen belastet.

Zwei Tonnen pro Flug

Für dieses Unterfangen hatte die Solothurner Bürgergemeinde die Firma Rotex Helicopter AG beauftragt. Mit sicherer Hand steuerte der Pilot den 2,3 Tonnen schweren Transporthubschrauber Kaman K-1200 K-Max und schichtete die Fracht zur Weiterverarbeitung durch den Forstbetrieb der Bürgergemeinde auf. Revierförster Alois Wertli rechnet vor, dass bei durchschnittlich zweieinhalb bis drei Kubikmeter Holz pro Baum exklusive Zweige und Reisig rund 60 Kubikmeter zusammenkommen.

Dabei muss der auf dem Baum tätige Forstarbeiter den Stammumfang messen und daraus das ungefähre Frachtgewicht errechnen. 2700 Kilogramm vermag der Haken des Helikopters zu heben, wobei 700 Kilogramm davon als Sicherheitsmarge abzuziehen sind, um Schätzfehler auszugleichen. Da die Firma Rotex ihre Aufträge oftmals in Rundflügen zusammenfasst und in einem solchen Fall keinen Anflugweg zu verrechnen hat, seien auch die Kosten tiefer, als wenn der Heli ausschliesslich für den hiesigen Auftrag nach Solothurn geflogen wäre. Bereits am Vortag war der Hubschrauber an der Herrenweg für Forstarbeiten am Werk. Und nach knapp anderthalb Stunden war auch die Arbeit beim «Gätterli» getan, «was aber eine gute Vor- und Nachbereitung seitens Forstbetrieb voraussetzt», sagt Wertli.

Raoul Stampfli, Besitzer und Bewohner der Liegenschaft, bedauert den durch «Burglind» verursachten Schaden. «Da stand beispielsweise eine Fichte, die 80 Jahre lang wuchs, nur um durch einen Sturm in 45 Minuten zunichtegemacht zu werden.» Andererseits spricht er auch von «Glück im Unglück». Schliesslich seien alle fallenden Bäume oftmals nur knapp an den Gebäuden und aufgestellten Skulpturen vorbeigeschrammt. Das Fallholz wird zu Holzschnitzel oder Brennholz weiterverarbeitet.