Einen Sturm der Entrüstung hat unser Artikel «Lex Grill greift durch» zum heutigen Ende der Solothurner Grillbratwurst am Märetplatz entfacht. Tausende von Reaktionen wurden im Netz registriert, darunter äussert sich mit SP-Gemeinderätin Franziska Roth auch eine angehende Stadtpräsidiums-Kandidatin.

Sie meint auf Facebook pointiert: «Wenn ein Grillverbot zu viel Fleisch am Knochen hat, dann kann uns das nicht Wurst sein und wir müssen es abspecken!»

Druck über «Petitio»

Der neue Pächter des Restaurants Bistraito in Solothurn, «Wirthen»-Geschäftsführer Chris van den Broeke, nimmt das Grillverbot für die bisherigen Bratwürste und Schüblige nicht einfach kampflos hin. Er hat deshalb eine Petition auf der neuen Online-Plattform Petitio dieser Zeitung lanciert.

Schon am Donnerstag zeigte sich der Gastronom und BDP-Politiker sehr optimistisch, dass er bis zum Wochenende die erforderlichen 200 Unterstützer finden werde. Gestern Vormittag bereits war diese Schallgrenze geknackt, und am Nachmittag hatten sich mehr als 220 Personen für einen Fortbestand der 30-jährigen Grill-Tradition am Märetplatz registrieren lassen.

Kurioser Grillstreit in Solothurn

Kurioser Grillstreit in Solothurn

In Solothurn tobt ein kurioser Grillstreit: Weil der Besitzer eines Wurststandes wechselt, muss dieser vom Marktplatz verschwinden. Dies ist SP-Kantonsrätin Franziska Roth gar nicht wurst.

«Wie gestört abgegangen»

«Ich war schon selber aktiv, damit die Petition auch erfolgreich läuft.» Doch sein Anliegen sei auch quasi ein Selbstläufer gewesen, glaubt Chris van den Broeke. «Wem ich die Geschichte auch erzählt habe, niemand hat verstanden, dass man hier draussen nicht mehr Würste grillieren dürfen sollte.»

Oder anders gesagt: «Wenn sich so viele Leute positiv zu eigentlich etwas Negativem äussern, dann muss doch ein breites Bedürfnis für dieses Angebot vorhanden sein.» Jedenfalls sei die Unterstützungswelle vom ersten Moment an «wie gestört abgegangen», so der neue Pächter des «Bistraito».

Erfolg auch in Riedholz

Am letzten Tag der Frist hat auch die Petitio-Eingabe von Willi Lindner die Hürde geschafft. Über 100 Personen unterstützen sein Anliegen, den Kinderspielplatz an der Neuhausstrasse in Riedholz zu sanieren. Dieser sei in die Jahre gekommen. Er bedürfe dringend einer Auffrischung. Dabei soll die Umgebung der Anlage attraktiver gestaltet und mit neuen Geräten ergänzt werden.

Willi Lindner hat mit seiner Eingabe offenbar den Nerv der Riedhölzer Bevölkerung getroffen – oder gut die Werbetrommel gerührt. In den letzten Jahren seien viele junge Familien mit Kindern in Riedholz zugezogen, begründet Lindner das Anliegen der Petition.

Es fehle an attraktiven Spielmöglichkeiten, deshalb soll der Kinderspielplatz erneuert werden. Nun werden die Behörden von Riedholz auf das Anliegen von Willi Lindner aufmerksam gemacht. Vielleicht wird noch im morgen beginnenden neuen Jahr 2017 sein Wunsch Tatsache.