Solothurn

Glutz will Werkareal ausbauen – die neue Halle bedingt auch einen grösseren Parkplatz beim Obach

Die Glutz AG, die an ihrem Solothurner Hauptsitz 250 Angestellte beschäftigt, will wachsen. Deshalb muss sie auf bestehenden Landreserven ihr Werkareal ausbauen. Die neue Zonen- und Erschliessungsplanung liegt nun zur öffentlichen Mitwirkung auf.

Die Glutz AG ist als Traditionsunternehmen seit 156 Jahren in Solothurn ansässig und in der Schliesstechnik ein Marktleader. Der Erfolg der Firma, die einen Umsatz von rund 70 Mio. Franken erzielt, zeitigt nun Folgen: Sie will ihren Produktionsstandort im Segetzquartier ausbauen. Verwaltungsratspräsident Philipp von Segesser: «Der Teilzonen- und Teilerschliessungsplan ist für Glutz die Voraussetzung, um einen zukunftsgerichteten Werkentwicklungsplan am Standort Solothurn realisieren zu können.»

Die Glutz AG müsse die Schloss- und Beschlagfertigung «zeitgemäss und konkurrenzfähig organisieren», um die in Solothurn bestehenden rund 250 Arbeitsplätze langfristig sichern zu können. «Auch wollen wir die Voraussetzung schaffen, dass neues Wachstum am bestehenden Werkstandort möglich wird» ‑ und so auch dem wettbewerbsbasierten Druck zur Verlagerung der Produktion aktiv entgegenwirken.

Die Konsequenzen, die sich ergeben

Der aktuell aufgelegte Teilzonen- und Teilerschliessungsplan werde den Ersatz einer einfachen Lagerhalle durch eine neue, flexibel nutzbare Fertigungs- und Lagerhalle ermöglichen, meint von Segesser. «Erst die Erstellung dieser neuen Halle wird spätere Ausbauschritte und auch grössere Gebäudesanierungen erlauben. Denn solche Eingriffe im Werkareal müssen ja bei laufendem Betrieb erfolgen können.» Der geplante Ersatz der Lagerhalle soll für den Verwaltungsratspräsidenten der Glutz AG in erster Linie genügend Ausweichflächen zur Verfügung stellen. Sie ermöglichten «die weiteren Schritte im Rahmen unseres langfristigen Werkentwicklungsplans».

Der Hallenneubau wiederum bedingt, dass ein Teil des bestehenden Werkparkplatzes nach Westen über den Obach verlegt werden muss – was eine Umzonung erfordert.

Am Produktionsstandort festgehalten

Doch an Land für Erweiterungen mangelt es der Glutz AG nicht. Die grossen Landreserven in der Hand der Segetz AG und Alphons-Glutz Blotzheim AG hatten aber noch bei der der letzten Ortsplanungrevision zu ganz anderen Ideen geführt: Mit einer Werksverlegung der Glutz AG sollte neu eine grosse Wohnzone entstehen. Aber mit dem Entscheid, den Produktionsstandort in Solothurn zu erhalten, wurden diese Pläne obsolet. Nun muss die prosperierende Firma gar auf die Landreserven zurückgreifen, um ihre Ausbaupläne umsetzen zu können. Als Folge sollen zwei Parzellen westlich des Obachs – aktuell Reservefläche – umgezont werden. Die nördliche, für die teilweise Verlegung des Werkparkplatzes bestimmt, soll neu als Gewerbe- und Industriezone, der südliche Teil mit der alten Villa Obach als Ensembleschutzzone mit einem Freihaltestreifen entlang des Obach-Laufs definiert werden.
Geprüft wurde auch, ob die jetzige Planung und Umzonung mit der laufenden Ortplanungsrevision vereinbar sei. Da das Vorhaben der Glutz AG «dringend» sei und der Termin des Inkrafttretens der Revision ungewiss, stimmte die Kommission für Planung und Umwelt einem Vorziehen der Umzonung zu. Auch weil die Zielsetzungen nicht mit jenen der Ortsplanungsrevision kollidierten.

Es braucht mehr Parkplätze

Rein rechnerisch müssen laut der Glutz AG 32 bestehende Parkplätze auf dem jetzigen Werkparkplatz dem Neubau der Halle 4 weichen. Der Neubedarf wird mit 48 Parkplätzen veranschlagt, sodass der ausgebaute Werkparkplatz, der sich dann auch westlich des Obachs erstreckt, insgesamt 145 Parkplätze, davon sechs für Besucher, anbieten wird. Die Erschliessung soll neu aus Süden ab der Westumfahrung über die Gewerbe- und Obachstrasse erfolgen und auch als neue, öffentliche Fussgänger- und Veloverbindung dienen. Andere Möglichkeiten, ihre Parkierung zu regeln, sieht die Glutz AG nicht. Der Grund: «Eine Parkierung innerhalb des gesicherten Werksaraeals ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.»

Öffentliche Mitwirkung: Die Unterlagen zur Mitwirkung können bis am 10. Januar während der Bürozeiten im Parterre des Stadtpräsidiums an der Baselstrasse 7 eingesehen werden. Von Weihnachten bis Neujahr bleibt es geschlossen.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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