Solothurn

Geheimnisse aus der Ton-Trickkiste: Freunde des Stadttheaters werfen Blick hinter die Kulissen

Schauspielerin Tatjana Sebben und stv. Bühnenmeister Alessandro Pergola mit Ed Sheerans «Shape of you».

Schauspielerin Tatjana Sebben und stv. Bühnenmeister Alessandro Pergola mit Ed Sheerans «Shape of you».

Der Verein «Freunde des Stadttheaters Solothurn» konnte einen Blick hinter die Kulissen des Theaters werfen und einen grossen Sponsorbeitrag für die kommende «Romeo und Julia»-Produktion im März 2020 übergeben.

Der Verein Freunde des Stadttheaters Solothurn ist eine Institution für und von Theaterliebhabern, welche die Produktionen des Theaters und Orchesters Biel Solothurn (Tobs) immer wieder finanziell unterstützt. Für die Mitglieder, die 30 Franken (Einzelpersonen), oder 50 Franken (Ehepaare, Firmen) Jahresbeitrag zahlen, organisiert das Tobs jeweils verschiedene Anlässe, die einen Blick hinter die Kulissen des Theaterbetriebes erlauben.

Diese Woche waren die Vereinsmitglieder eingeladen, mehr über die Möglichkeiten der Musik und Klänge im Stadttheater zu erfahren. Dazu stellte Schauspiel-Direktorin Katharina Rupp den Tontechniker Alex Wittwer und den stellvertretenden Bühnenmeister Alessandro Pergola vor. Töne und Musik sind elementare Bereiche des Theaters, erklärte Rupp und sagte, man habe in Solothurn zwar nicht die teuerste Anlage angeschafft, aber eine, die den Bedürfnissen des Theaters voll entgegenkomme. «Mit Tönen schaffen wir im Theater ein Klima, eine bestimmte Stimmung oder können weitere Gefühls-Dimensionen öffnen.» Tontechnik sei heute eine eigentliche Kunstform, die im Film auch mit Preisen, beispielsweise einem Oscar – sogar in zwei Kategorien – ausgezeichnet werde.

Spendenbarometer der "Freunde des Stadttheaters" für die Aufführung Romeo und Julia

Spendenbarometer der "Freunde des Stadttheaters"

Spendenbarometer der "Freunde des Stadttheaters" für die Aufführung Romeo und Julia

Zwei Meister der Töne stellen sich vor

Die beiden Ton-Fachmänner erklärten den Gästen, wie im Theater Musik und Töne hergestellt werden. Wittwer demonstrierte an seinen Pultreglern, wie er Musikpassagen schneidet und zusammensetzt, die dann beispielsweise für eine Umbaupause genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit sei auch das Verfremden einer Stimme oder die Schaffung eines Klangteppichs, der ein bestimmtes Gefühl beim Publikum bewirken kann. «Musik oder Töne können im Schauspiel eine Stimmung, ein Gefühl von Akt zu Akt vor- oder nachbereiten», so Rupp. Die Erarbeitung von Musik- oder Toneinspielungen spielt also bei der Erarbeitung einer Theater-Inszenierung eine grosse Rolle. «Es gibt eigentlich kein Stück, das ohne Tontechnik auskommen würde», so Rupp. Schon allein das Klingelgeräusch eines Telefons benötigt die richtige Einstellung des Tontechnikers. So sind diese Berufsleute am Theater unverzichtbare Persönlichkeiten, die jedoch vom Publikum nur selten wahrgenommen werden – oder erst dann, wenn etwas nicht reibungslos läuft.

Schauspielerin Tatjana Sebben (Gesang) und Alessandro Pergola (Gitarre) trugen dann zur Freude der Gäste Ed Sheerans «Shape of you» vor und stellten damit die technischen Möglichkeiten der Anlage, aber auch ihr musikalisches Talent unter Beweis.

Schöner Betrag für «Romeo und Julia»

Nach dieser Präsentation konnte die Präsidentin des Freunde-Vereins, Claudia Eng, im Foyer ein Spendenbarometer enthüllen, welches zum Staunen Anlass gab. «Im März gaben wir bekannt, für die ‹Romeo und Julia›-Produktion zu sammeln», so Eng, «und im Juli begannen wir mit dem Versand von Bettelbriefen an unsere Mitglieder und an weitere Theaterfreunde. Innerhalb von nur sechs Wochen erreichten wir einen Sponsor-Betrag von exakt 50 390 Franken.» Das Ziel sei es gewesen, 50 000 Franken zusammenzubringen. Dies sei nun übertroffen worden. Man könne aber gerne noch weiterspenden. «Durchschnittlich hat ein Spender 234 Franken beigesteuert», verriet sie weiter. «Die ‹Freunde› sind also da, wenn man sie braucht.»

Katharina Rupp bedankte sich bei den Spendern für diese sagenhafte Unterstützung, was für das Ensemble eine grosse Motivation bedeute. Am 7. März 2020 findet die Premiere des bekannten Shakespeare-Stücks am Tobs statt.

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