Solothurn

Funktioniert das neue Verkehrsregime? Der Postplatz wird jetzt videoüberwacht

Schilder weisen auf die Überwachung hin.

Schilder weisen auf die Überwachung hin.

Derzeit wird die Begegnungszone am Postplatz videoüberwacht. Das Solothurner Stadtbauamt will damit herausfinden, ob es Konflikte zwischen den Nutzern gibt.

Seit dem 11. September stehen Ständer mit grossen Plakaten rund um den Postplatz. Noch bis am 18.September werde die neue Begegnungszone videoüberwacht, heisst es darauf. «Die Aufnahmen dienen dazu festzustellen, ob das neue Verkehrsregime akzeptiert wird.»

Dieses gilt schon seit Ende Juli. Motorisierte Fahrzeuge dürfen nicht mehr über den Postplatz fahren. Fahrer, die von der Römerstrasse Richtung Postplatz unterwegs sind, müssen vorher links abwenden. Ausgenommen von diesem Verbot sind Fahrzeuge der Stadt sowie Busse. 

Zuerst hielten sich viele Autofahrer nicht an das neue Fahrverbot, so dass bereits nach der ersten Woche als zusätzliche Massnahmen dreiteilige Fahrverbotsschilder sowie auf der Seite der Römerstrasse orange Pfosten hingestellt wurden. Die Situation verbesserte sich damit laut Stadt stark. Damals hiess es, dass keine weiteren Massnahmen geplant seien. Weitere Signalisationsmassnahmen würden keine nennenswerte Verbesserung bewirken.

Zwei Kameras filmen

Hat sich die Situation doch nicht verbessert, dass nun zur Videoüberwachung gegriffen wird? Damit haben die beiden Kameras, die von Ost nach West und in die umgekehrte Richtung aufgebaut wurden, nichts zu tun. Eine Videoüberwachung sei immer schon vorgesehen gewesen, erklärt Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, auf Anfrage. «Wir wollen schauen, ob es Konflikte gibt zwischen den Leuten auf dem Platz, den Bussen und anderen Verkehrsteilnehmern.» Man wolle analysieren, wie es sich mit den verschiedenen Nutzungen verhalte. 

Aus rechtlichen Gründen muss auf die Videoüberwachung hingewiesen werden. Dies, obwohl man die Menschen auf den Aufnahmen gar nicht erkennen wird. «Man sieht die Leute nicht, da sie stark verpixelt werden», so die Leiterin des Stadtbauamts. 

So sah der Postplatz im Juni 2020 aus. (Archiv)

So sah der Postplatz im Juni 2020 aus. (Archiv)

Sommer nicht geeignet für Analyse

Der Zeitpunkt ist offenbar ideal für eine solche Video-Analyse. In den Sommerferien bringe es laut Lenggenhager nicht viel, da viele Leute in den Ferien weilen würden und allgemein weniger unterwegs seien. Das sei nicht repräsentativ. Im Gegensatz zum Winter ist in dieser Jahreszeit aber noch einiges los in der Stadt. «Es ist wichtig für die Analyse, dass es immer noch warm ist.»

Die Videoüberwachung erfolgt während einer Woche, damit die Bewegungen am Wochenende und unter der Woche angeschaut und verglichen werden können. 

Testphase für Busführung startet

Die momentane Begegnungszone gilt als sicher. Wie die Busse der Linie 6 geführt werden, bleibt allerdings noch offen. Das ist auch eine politische Frage, denn im Mai 2020 hatte der Gemeinderat zwar das Gestaltungskonzept für den Strassenraum zwischen Amthausplatz und Postplatz genehmigt, jedoch das fertige Projekt für dessen Umgestaltung zurückgewiesen. Das Projekt muss also neu aufgegleist werden.

Nach den Herbstferien beginnt erst einmal die über zweimonatige Testphase mit den drei verschiedenen Busführungen: Eine mit direkter Fahrt über den Postplatz (0), eine mit der Umleitung über die Lagerhausstrasse nur für den Bus in Richtung Allmend (1a) und die letzte mit einer Umleitung in beiden Richtungen (1b).

Diese drei Varianten für die Busführung rund um den Postplatz werden geprüft

Diese drei Varianten für die Busführung rund um den Postplatz werden geprüft

Die einzelnen Umfahrungsvarianten sollen dabei nicht direkt nacheinander getestet werden. «Nach der Variante 1a wird die Busführung wieder für eine kurze Zeitspanne auf Ausgangsvariante 0 umgestellt», erklärt Andrea Lenggenhager. Danach werde die Variante 1b gefahren und danach wieder Variante 0. Dieses Vorgehen sei mit den Busbetrieben abgestimmt.

Es sei angedacht, die Phasen 1a und 1b mindestens eine Woche laufen zu lassen. «Sollte sich zeigen, dass die Busse die Anschlüsse am Hauptbahnhof und an der Station Allmend nicht einhalten können, werden die Versuche früher abgebrochen», sagt die Leiterin des Stadtbauamtes. 

Aus den Analysen dieser Testphase und den Videoaufnahmen von dieser Woche sollen dann Schlüsse für die spätere Gestaltung des Projekts gezogen werden. 

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