Solothurn

Filmtage-Direktorin: «Beim Gestöhne im Publikum musste das Saalpersonal eingreifen»

Seraina Rohrer (rechts) hatte einiges zu erzählen.

Seraina Rohrer (rechts) hatte einiges zu erzählen.

Seraina Rohrer erzählte an der «Soirée de clôture» der Solothurner Filmtage von ein paar aussergewöhnlichen Ereignissen.

Durch den Schlussabend führte Moderatorin Monika Schärer mit viel Routine. Sie bat Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer, «die Kapitänin, welche das Filmtage-Schiff durch die Aare führt», auf die Bühne. Nach ein paar besondere Ereignisse befragt, erzählte sie, dass diese Filmtage wohl als die Tage der Verwechslungen in die Geschichte eingehen würden. «So wurde ich bei einer Diskussionsrunde von einer Dame auf einem hinteren Rang mit den Worten angesprochen: ‹Fräulein, geben Sie mir bitte einen Kopfhörer.› Ich leite doch jetzt die Filmtage schon acht Jahre und bin davon ausgegangen, dass man mich inzwischen kennt», schmunzelte sie. «Oder dann wurde Regisseur Hans Kaufmann auf der Strasse mit Ringo Starr verwechselt und gar um ein Autogramm auf einer Beatles-Platte gebeten».

Und es habe auch Momente gegeben, in denen das Leben ganz intensiv spürbar worden sei, berichtete Rohrer. «Regisseur Stéphane Goël, dessen Film am Montagmorgen im vollbesetzten Landhaussaal lief, sprach vom ‹Miracle de Soleure›. Und von einer noch intensiveren Filmbegegnung erzählte Rohrer. «Im Palace kam es zu einem Zwischenfall, als im Film ‹La petite mort› über den weiblichen Orgasmus, plötzlich das Gestöhne im Film von einem Gestöhne in den Zuschauerrängen übertönt wurde. Da musste unser Saalpersonal eingreifen.»

Doch auch ältere Männer haben gestöhnt, meinte daraufhin Schärer. «Allerdings auf andere Art.» Tatsächlich wurde eine intensive Diskussion darüber geführt, wohin die Solothurner Filmtage in Zukunft steuern sollten. «Da wurde auch die Frage aufgeworfen: Wem gehören die Solothurner Filmtage», so Rohrer. Sie sei der Meinung, dass sie nicht nur den Gründungsvätern gehörten. «Sie gehören den Filmschaffenden aller Generationen und aller Geschlechter. Und sie gehören dem immer so engagierten Publikum.» Wohin es gehe, auf jeden Fall würden die Filmtage aus der Geschichte heraus weitergeführt.

Seraina Rohrer, verriet dann noch, dass man gemäss einer Hochrechnung in dieser Ausgabe mit 64'000 Eintritten rechnen könne. «Etwa die gleiche Zahl wie im vergangenen Jahr.» Und sie sagte, dass die 55. Solothurner Filmtage, die vom 22. bis zum 29. Januar 2020 dauern werden, zum ersten Mal von Mittwoch zu Mittwoch durchgeführt werden. Als Gründe nannte sie, die Erkenntnisse, dass viele Leute, die Teilzeit arbeiteten, so einen Tag früher die Tage besuchen könnten; dass dieser Start für die Schulvorstellungen idealer sei und dass so die Raum- und Saal-Kapazitäten besser genutzt werden können.

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