Solothurner Filmtage

Filmtage-Direktorin Anita Hugi: «Im Auge des Orkans ist alles noch viel schöner»

Für Anita Hugi geht das erste Jahr als Direktorin der Solothurner Filmtage vorbei. An der «Soirée de clôture» hat sie etwas Revue passieren lassen.

Gewohnt charmant und routiniert moderierte Monika Schärer am Mittwoch den Schlussabend der Filmtage im Landhaus, an dem jeweils die zwei Preise vergeben werden. Dazu findet sich hier immer die Gelegenheit mit den Verantwortlichen kurz über die vergangene Filmtage-Ausgabe zu plaudern. Als erstes sprach Schärer mit dem Präsidenten der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage, Felix Gutzwiller. Er habe mit der neuen Direktorin nicht sehr viel Arbeit gehabt, meinte dieser verschmitzt. Anita Hugi habe sehr schnell Fuss gefasst und diese 55. Ausgabe souverän gestaltet. «Ich bin mehr als glücklich und die Mitarbeiter sind es auch.»

Warum die Eintrittszahlen in den Kinos schwächeln, bei den Festivals aber nicht, wollte Schärer von Gutzwiller wissen. «Es ist die Stadt, der Ort, der für diesen Anlass vibriert. Wir leben halt nicht in einer digitalen Welt, sondern wollen uns auch treffen, unterhalten, suchen den Dialog.» Anita Hugi, die danach von Schärer befragt wurde, sagte Ähnliches: «Die vielen Begegnungen und Gespräche mit Filmschaffenden, aber auch anderen Branchenvertretern und dem Publikum haben mir sehr gefallen. Oft musste ich mich schweren Herzens richtig losreissen, weil schon ein anderer Anlass zu besuchen war.»

Sie sei ja auch früher schon öfter an den Filmtagen gewesen, ob als Produzentin oder Besucherin. «Doch jetzt, ganz im Auge des Orkans zu sein, ist alles noch viel schöner.» Neben den vielen emotionalen Eindrücken, haben die acht Tage auch ein hohes Mass an Konzentration von ihr abverlangt, meinte sie noch. In Zukunft seien aber keine grossen Veränderungen nötig. «Wir setzen auf Kontinuität.»

Zu den Rednern des Abends gehörte auch Frau Landammann Brigit Wyss. Sie betonte den hohen Stellenwert der Solothurner Filmtage in der Solothurnischen Kulturlandschaft. Der Regierungsrat wünsche sich keine Skandale – sie sprach damit den Eröffnungsfilm zum Fichenskandal an –, aber den direkten Austausch mit den Kulturschaffenden. So hätten im vergangenen Jahr vier Podien mit Kulturinteressierten stattgefunden, deren Ergebnisse und Anregungen in das kommende Kulturleitbild des Kantons einfliessen würden. «Es wird keine Spitzkehren geben, aber doch sanfte Kurven», prophezeite sie.

Der Kanton Solothurn unterstütze die Solothurner Filmtage in dreierlei Hinsicht: «Wir unterstützen als Partner das Programm, wir beteiligen uns an den Kosten für die Schulvorführungen und wir sind zu einem Drittel am Preisgeld für den ‹Prix de Soleure› beteiligt. Dieses Engagement dürfe man ruhig auch einmal über die Landesgrenzen hinaus tragen», so Wyss.

Hinweis: Die 56. Solothurner Filmtage finden vom 20. bis 27. Januar 2021 statt

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