Fasnacht 2022
Weitere Veranstaltungen abgesagt: Solothurner Fasnacht ohne Plakettenbörse und Hilari

Weiterer Rückschlag für Fasnachtsbegeisterte: Die Solothurner Fasnacht findet dieses Jahr ohne Plakettenbörse, Hilari und Eröffnungssitzung der UNO statt. Grund ist die epidemiologische Situation.

Marius Fellinger und Judith Frei
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Ein Bild aus besseren Tagen: 2020 fand der Hilari in der Stadt Solothurn noch statt.

Ein Bild aus besseren Tagen: 2020 fand der Hilari in der Stadt Solothurn noch statt.

Hanspeter Bärtschi

Das diesjährige Fasnachtsprogramm in der Stadt Solothurn schrumpft weiter zusammen. Nachdem im Dezember bereits alle Umzüge abgesagt worden sind, kommt nun die nächste Hiobsbotschaft: Es wird auch keine Plakettenböse, keinen Hilari und keine Eröffnungssitzung der UNO geben. Das teilt die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft am Donnerstag mit. Grund sei «die sich rasant verschlechternde epidemiologische Situation».

Letztes Jahr wurde der Fasnachtsbeginn auch schon nicht durchgeführt, damals war die Durchführung wegen der gesetzlichen Vorgaben nicht möglich. Heute wäre zwar ein 2G-plus-Anlass möglich. «Wir haben den Anlass schweren Herzens absagen müssen, die Fallzahlen explodieren momentan», erklärt Peter Studer, Ober der Narrenzunft Honolulu, den Entscheid der Organisatoren.

Die epidemiologische Lage sei ein zu grosses Risiko, meint Studer weiter. Denn zum einen könne es sein, dass sie in den eigenen Reihen quarantänebedingt Ausfälle haben werden und so das Durchführen der verschiedenen Produktionen unmöglich wird. Zum anderen hätten Erfahrungen mit 2G+-Anlässen der letzten Tage gezeigt, dass auch bei strikter Einhaltung der Regeln dennoch jemand kurz danach positiv getestet werden könne, wodurch dann eine grosse Anzahl der Gäste sich in Quarantäne oder gar Isolation zu begeben hätte.

Bei einem Anlass in vier Restaurants mit je rund hundert Gästen und zirkulierenden Protagonisten wäre das Risiko eines solchen Szenarios angesichts der gegenwärtigen Entwicklung der Fallzahlen recht hoch.

Es seien zu viele Unsicherheiten da, doch die Restaurants müssen sich für diesen Anlass vorbereiten können. Dass der Anlass nun abgesagt wurde, sei bei den Gastronomen auf Verständnis und Zustimmung gestossen.

Trotzdem wird am 13. Januar in Solothurn die Fasnacht eingeläutet: Die Stadtpräsidentin wird für die Narrenzeit abgesetzt, die Rathausgasse wird ab dann auch wieder Eselgasse heissen und aus Solothurn wird Honolulu.

Auf Gassenfasnacht müsse «aus heutiger Sicht» auch verzichtet werden

Auch die Plakettenbörse vom Sonntag, 9. Januar, findet dieses Jahr wieder nicht statt. Ober Ober Patrick Zimmermann erklärt: «Wir wollen es nicht herausfordern, dass etwas an diesem Anlass passiert.» Denn im Dachstock des Museums Altes Zeughaus, wo die Börse normalerweise stattfindet, kämen schnell viele Leute zusammen.

Gemäss Mitteilung erhalten die Besitzer des «11erli» Anweisungen zu dessen Bezug. Die in begrenzter Anzahl hergestellte Special Edition einer Fasnachtsplakette 2022 werde an den üblichen Verkaufsorten erhältlich sein.

Weiter ist auch die Eröffnungssitzung der UNO abgesagt. Geprüft werde aktuell eine Verschiebung.

Bereits im Dezember hat die UNO beschlossen, auf die Durchführung der beiden grossen Umzüge am 27. Februar und 1. März sowie auf den Kinderumzug zu verzichten. Auf die Gassenfasnacht, insbesondere am Samstag 26. Februar, müsse «aus heutiger Sicht» ebenfalls verzichtet werden.

Fasnächtliche Schaufenster

Bei allen weiteren Anlässen seien deren Veranstalter in der Pflicht und Verantwortung, die Möglichkeiten einer Durchführbarkeit «anhand der Vorgaben der Behörden zu analysieren und überallfällige Absagen oder Alternativen zu entscheiden», schreibt die UNO.

Dennoch soll 2022 in Solothurn eine offizielle Fasnacht gefeiert werden. Analog der Kunstaustellung «FART» im letzten Jahr sollen die Plätze und die Schaufenster der Altstadt auch 2022 wieder in eine fasnächtliche Stimmung getaucht werden. Neu sollen zudem die Solothurner Guggen der GUSO an der Ausstellung «VERCHERT» mitmachen.

Wie schon im vergangenen Jahr soll mit dekorierten Schaufenster doch noch Fasnachtsstimmung aufkommen.

Wie schon im vergangenen Jahr soll mit dekorierten Schaufenster doch noch Fasnachtsstimmung aufkommen.

Hanspeter Bärtschi

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