«Nein, Gift ist für uns kein Thema mehr», erklärt Werkhof-Chef Patrick Schärer. «Seit zwei Jahren suchen wir nach einer geeigneten Alternative, jetzt haben wir uns für dieses Gerät entschieden.» Hinter dem einachsigen Anhänger mit dem 200-Liter-Tank spritzt ein Angestellter den Kiesweg des Friedhofs St. Katharinen ab. Auf dem Lastwägeli gibts noch einen Reservetank mit 1000 Litern. «Wir haben die Lösung mit heissem Wasser gewählt.»

90 bis 100 Grad heiss spritzt es aus den Düsen, vernichtet das Unkraut auf den Wegen, das dann noch mechanisch herausgenommen wird – zweimal im Jahr. Man habe auch Versuche mit Brenner-Geräten unternommen, doch diese hätten sich als ungeeignet erwiesen. «Mit diesem Gerät können wir auch Bodenflächen reinigen und sogar Graffiti entfernen. Auch wollen wir damit Neophyten zu Leibe rücken», weist Schärer auf die Vorzüge der Neuanschaffung hin.

Besorgte Grüne

Vorzüge, die offenbar einigen Beobachtern überhaupt nicht bekannt waren, und diese deshalb beim Werkhof gleich zu schriftlichen Interventionen gegen den vermeintlichen Gifteinsatz veranlasst hatten – darunter auch grüne Politgrössen der Stadt. «Bei den kühlen Morgentemperaturen der letzten Zeit bildete sich Wasserdampf, der für Giftschwaden gehalten wurde», meint Schärer, der den Sachverhalt dann richtigstellen musste.

Gifteinsatz verboten

Inzwischen ist der Einsatz von Gift-Substanzen in Privatgärten auch vom Gesetzgeber geächtet und weitgehend verboten worden, was zu Entsorgungsproblemen bei den früher so geschätzten Alleshelfern führt. Der städtische Werkhof nimmt solche Substanzen schon länger entgegen, zusätzlich will nun das Amt für Umwelt die Leute sensibilisieren, ihre giftigen Restbestände ordnungsgemäss zu entsorge.