Die Musik zum Film wird oft erst beim zweiten oder dritten Geniessen eines Movies wirklich wahrgenommen. Ganz anders ist es, wenn ein Orchester diese Musik zur Aufführung bringt und damit die Musik die Hauptrolle übernimmt.

Dann erst entfaltet sich die ganze Bandbreite solcher Filmmusikkompositionen, und es stellt sich die Frage: Hätten Mozart, Tschaikowsky oder Wagner im 20. und 21. Jahrhundert Filmmusik geschrieben? So stimmungsvoll durchkomponiert, emotional und mitreissend ist Filmmusik zu schade, um ein Schattendasein zu fristen. Von «Herr der Ringe» über «Piraten der Karibik» bis zum «James Bond» – seit 1999 begeistert das 21. Century Symphony Orchestra aus Luzern unter der Leitung von Dirigent Ludwig Wicki mit Filmmusik die Fachwelt, aber auch den Zuhörer, der eher am Filmgenre interessiert ist.

«Battle of Britain» sofort erkennbar

In der fast ganz besetzten Rythalle stand als drittes Konzert des Takto-Festivals am Freitagabend die Erstaufführung ihres neuen Programmes «Epic Battles» auf dem Programm. 80 Musikerinnen und Musiker sowie 40 Sängerinnen und Sänger standen auf der Bühne bereit – und rissen das Publikum gleich zu Beginn schon mit der ersten Filmsuite hin: Ron Goodwins Musik zu «Battle of Britain» aus dem Jahr 1964 wurde gespielt, und sofort war erkennbar: Das war 1960er-Jahre-Filmsound.

Weiter ging es mit Stücken aus John Williams Musik zu Steven Spielbergs «Saving Private Ryan» oder Oliver Stones «Born on the 4th of July». Zu einem ersten Höhepunkt kam der erste Konzertteil mit Musik, passend zu den Bildern auf der Kinoleinwand mit der Schlachtszene aus «Der letzte Samurai», von Hans Zimmer. Bekanntlich nimmt Zimmers Musik beim «Gladiator» von Ridley Scott einen ganz besonderen Stellenwert ein. Dies dokumentierte das 21. Century Orchestra ebenfalls eindrücklich mit der auf dem Bildschirm gezeigten Eingangsszene mit der Schlacht von Römern gegen Germanen im Wald.

Es stimmte alles

Ein weiterer Höhepunkt in diesem Programm war die Filmsuite «Die zwei Türme» aus «Herr der Ringe» von Howard Stone. Wicki führte sein Orchester und den Chor freundlich und voller ansteckender Energie. Die mehrheitlich jungen Musikerinnen und Musiker fühlten sich in ihrem Spiel sichtlich wohl. Und ob lyrische, leise Passagen von Flöten oder Harfen oder Pauken und Trompeten für die grossen Finale – da stimmte alles.

Im zweiten Teil wurde dann bewiesen, dass auch eher weniger erfolgreiche Filme über hervorragenden Soundtrack verfügen können. Beispiele dafür sind die Musik zu «Cutthroat Island» («Die Piratenbraut») von John Debney oder diejenige zu «Independent Day» von David Arnold.

Als Zugabe verwöhnte das Orchester das stürmisch applaudierende Publikum mit einer Suite aus «Piraten der Karibik» von Klaus Badelt und als weitere Perle einem Stück Filmmusik von Ennio Morricones aus «Zwei glorreiche Halunken». Wir freuen uns auf weitere Programme des 21. Century Symphony Orchestras.