Stadtbummel

Eine Schadensbilanz zmitz im Lärm

Chesslete Solothurn 2020

Chesslete Solothurn 2020

Street-View by Chesslete – eine idealere Gelegenheit gibt’s kaum, um innert einer Stunde alle Ladenfronten der Stadt für einen Jahresrapport abzuklappern. Und eine Schadensbilanz aufzustellen. Schaalgasse. Kryolan, vor einem Jahr noch mit Haefelis Fasnachtsladen angeschrieben, ist weg. Dort gibt’s jetzt Yoghurt und Flammkuchen. Die Schminke hat dafür «Tausendschön» weiter oben und ein paar Fasnachtkleidli dazu. Der «Türk» ist wieder offen. Die Rossmetzg dafür weg. Wäre offenbar nicht nötig gewesen. Ein ehemaliger Bettlacher Metzger hätte sie gerne weitergeführt. Aber die Stadt als Vermieterin habe ihn nicht gewollt. Er sei zu alt. Mit 58. Jetzt gibt’s dort halt Sushi statt Fülli. «Rätschbumm!» Der Chesslerzug zieht weiter.

Den Stalden hinauf. Das Hüsler Nest ist ausgezogen. Nach Grenchen. Gibt’s dort mehr Schlafmützen als bei uns? Hmmm. Zmitzdrin ist der «Stalden» keine Beiz mehr. Dafür lädt Franz Schäfer jeden ersten Samstag im Monat zum «Grande Bouffe». Links in der «Amphorea» hat Wirtin Regula Charamandas-Schibler kürzlich ein Geständnis abgelegt: «Ja wir hören Ende Jahr auf. Aber es bleibt ein Griech – nur unter anderem Namen.» Okay. «Trööööt!»

Die weisse Schar wälzt sich durch die Schmiedengasse. Hinten im Hof grüsst letztmals das «Bastelparadies». Bald ist fertig gebastelt. Rechts, Abbiegen in die Gurzelngasse. Nächste Chesslete wird das «Elf» schon wieder Geschichte sein. Die Kaffeehalle in neuen Händen, von aussen sieht man ihr nix an. Vorne noch zehn Tage «Gallo Nero». Wir wissen noch nicht, was folgt. «Rassel-Schepper!»

Endlich alles beim Alten. Leinenstube, Hirschen-Apotheke, Palace, C & A, Suteria. Und die Jesuitenkirche mit der Honolulu-Bar und Hüttn-Gaudi. Konstanten – nichts Neues unter der Sonne. Am Kronenstutz sieht’s anders aus. Im ehemaligen «Bigoudi» grüsst neu die «IBL Box» im nüchterenen Design-Chic. Hauptsache, oberhalb geht noch die Post ab. Unten ein «Kleidergarten» statt Kurmann Antiquitäten. Schräg vis-a-vis die Altstadt-Buchhandlung schon fast Geschichte. «Huiiiiuiiuii-Quietsch.»

Wir trotten über die Brücke. Hinüber, in die Vorstadt. «Muss ich mir das antun?» Die Mutter aller Fragen, an jeder Fasnacht. Nur am Umzug, da ist das River-Crossing absolute Pflicht. Aber sonst? Am Dienstag vielleicht rüber hüpfen? Für was? Das «Volkshaus» ist zu, das «T-Room» auch, und die Capitol-Bar sowieso. Also was solls? «Tüüüt-tüüt!» und das Ganze retour.

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